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SoVD übergibt Plakette an Grundschule Brome

Gifhorn. Vom behindertengerechten Parkplatz bis zum stufenlos erreichbaren Klassenzimmer: Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Kreisverband Gifhorn hat die Grundschulen im Landkreis Gifhorn auf Barrierefreiheit getestet. Die Grundschule Brome schnitt dabei am besten ab. Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 6.Mai hatte der Kreisvorsitzende Heinz-Ulrich Kabrodt an Schulleiterin Marianne Berlinecke die SoVD-Plakette „An alle gedacht“ überreicht. Mit der Plakette könne die Grundschule Brome jetzt gegenüber Schülerinnen, Schülern und Eltern ihre Offenheit und Bestrebungen in Richtung Barrierefreiheit signalisieren, so der SoVD-Kreisvorsitzende bei der Preisübergabe.

Schulleiterin Marianne Berlinecke sowie Vertreter des Schulträgers nebst Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann freuten sich über die Auszeichnung als ein Zeichen der Anerkennung dafür, dass die Grundschule Brome mit gutem Beispiel bei der Barrierefreiheit vorangeht.

Der SoVD hatte im Februar eine Checkliste zur Selbstauskunft an die 42 Grundschulen im Kreisgebiet verschickt. Diese berücksichtigt die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern genauso wie etwa die von Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung. Gefragt wurde daher nicht nur nach Rampen und Aufzügen, sondern zum Beispiel auch nach einem tastbaren Leitsystem, kontrastreichen Schildern mit gut lesbarer Schrift und einem Pausensignal, das sowohl akustisch als auch visuell wahrnehmbar ist.

Teilgenommen hatten 8 Grundschulen, die Schule Brome erreichte die höchste Gesamtpunktzahl. Als Niedersachsens größter Sozialverband macht sich der SoVD seit Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung stark – sowohl auf politischer Ebene als auch in landesweit rund 60 Beratungszentren.

SoVD: Auch Heilerziehungspfleger müssen vom Schulgeld befreit werden

Hannover. Bislang mussten diejenigen, die Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Podologen werden wollten, ihre Ausbildung selbst bezahlen. Für viele bedeutete dies Kosten von bis zu 400 Euro monatlich. Eine Richtlinie der Landesregierung sieht jetzt vor, das Schulgeld abzuschaffen. Dem Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen geht das allerdings nicht weit genug. Er fordert auch die Schulgeldfreiheit für Heilerziehungspfleger.

Nachdem das Schulgeld für Auszubildende in der Altenpflege bereits 2014 abgeschafft wurde, müssen angehende Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Podologen laut einer Richtlinie der Landesregierung ab dem 1. August 2019 ihre Ausbildung ebenfalls nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein richtiger und vor allem wichtiger Schritt“, sagt Adolf Bauer, SoVD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Ein Wertmutstropfen sei allerdings, dass nur diejenigen befreit würden, die jetzt ihre Ausbildung beginnen. „An diesem Punkt sollte die Regierung – trotz haushalterischer Bedenken – nochmal nachbessern“, fordert Bauer.
Beim Thema Schulgeldfreiheit dürfen aus Sicht des SoVD außerdem die Heilerziehungspfleger nicht weiter außen vor gelassen werden. Sie sind Fachkräfte für Teilhabe, Bildung und Pflege und begleiten Menschen mit Behinderung, die besondere Unterstützung benötigen – zum Beispiel als Integrationshelfer an Regelschulen, in der Frühförderung oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
„Insbesondere beim Thema Inklusion wird immer wieder deutlich, dass in den Schulen entsprechend ausgebildetes Personal fehlt. Deshalb sollte die Landesregierung alles tun, um Nachwuchs zu finden“, so der SoVD-Chef. Das Schulgeld auch in diesem Bereich abzuschaffen, wäre eine erste Maßnahme.

SoVD begrüßt Abschaffung des Wahlrechtsausschlusses

Hannover. „Das wurde auch Zeit!“ Mit diesen deutlichen Worten kommentiert Adolf Bauer die heute im Niedersächsischen Landtag beschlossene Abschaffung des Wahlrechtsausschlusses. Damit dürfen zur Kommunalwahl am 26. Mai 2019 auch Menschen mit Behinderung, die in allen Angelegenheiten voll betreut werden, ihre Stimme abgeben.
„Wir begrüßen es sehr, dass die Politik jetzt endlich handelt und Menschen mit Behinderung nicht länger diskriminiert“, betont Bauer. „Es ist allerdings bedauerlich, dass es erst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts braucht, damit sich bei dem Thema etwas bewegt.“ In ihrem Urteil hatten die Richter im Januar den pauschalen Ausschluss für verfassungswidrig erklärt.
„Die UN-Behindertenrechtskonvention, die vor genau zehn Jahren in Kraft getreten ist, verpflichtet den Gesetzgeber bereits, die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung sicherzustellen. Die Politikerinnen und Politiker hatten also genügend Zeit, entsprechende Änderungen anzuschieben“, so der SoVD-Chef weiter. Wichtig sei jetzt, dass die Bundesregierung nachziehe und die Regelung ebenfalls zügig umsetze.
Von dem bisherigen Wahlrechtsausschluss sind in Niedersachsen etwa 10.000 Menschen betroffen. Da sie für alle Angelegenheiten einen gesetzlichen Betreuer haben, wurde ihnen bislang sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht abgesprochen.

Frauen im SoVD feiern 100-jähriges Jubiläum

Hannover. Das Jahr beginnt für den Sozialverband Deutschland (SoVD) mit einem ganz besonderen Jubiläum: Vor 100 Jahren traten die ersten Frauen dem damaligen Reichsbund bei.

Am 15. Januar 1919 vollzog der SoVD – damals noch unter dem Namen Reichsbund – einen wirklich revolutionären Akt: Erstmals konnten Frauen Mitglied im Verband werden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung und für die damalige Zeit ein echtes Novum. „Wir waren von Anfang an ein fortschrittlicher Verband und die erste Kriegsopferorganisation überhaupt, die Frauen aufnahm“, sagt SoVD-Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß. Seitdem habe sich der SoVD konsequent für die Gleichberechtigung eingesetzt und konnte dabei so manchen Erfolg verbuchen. „Für die Anrechnung von Erziehungszeiten bei der Altersversorgung, der sogenannten Mütterrente, sind wir im ganzen Land immer wieder auf die Straße gegangen. Dieser Kampf hat sich gelohnt“, so Reiß.

Doch das Ziel sei noch längst nicht erreicht. „Egal, ob es etwa um die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern oder die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege geht – der Weg ist noch lang“, betont die Landesfrauensprecherin. Der SoVD werde jedoch in seinem Engagement nicht nachlassen.

Zum Jubiläum präsentiert der SoVD auch den Jubiläumsfilm „100 Jahre Frauen im SoVD“.

Pflege: Ab 2019 einfacher in Kur gehen

Gifhorn. Angehörige zu Hause zu pflegen, ist für viele Betroffene belastend – körperlich und auch seelisch. Um für Entlastung zu sorgen, gibt es spezielle Reha-Maßnahmen. Ab 1. Januar 2019 ist es leichter, diese zu beantragen. Darauf weist der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Gifhorn hin.

Für 85 Prozent der betroffenen Angehörigen bestimmt die Pflege den Alltag. Die Hälfte von ihnen kümmert sich sogar mehr als zwölf Stunden am Tag um den Pflegebedürftigen. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer hervor: Viele Angehörige seien an der Belastungsgrenze angekommen.

Um eine Auszeit vom Pflegealltag nehmen zu können, gibt es spezielle Reha-Maßnahmen. Das Problem bislang: Es müssen alle ambulanten Versorgungen am Wohnort ausgeschöpft werden, damit eine stationäre Kur genehmigt wird. Das ändert sich zum 1. Januar. Dann können pflegende Angehörige eine stationäre Reha in Anspruch nehmen, auch wenn ambulante Maßnahmen ausreichend wären.

„Gerade für diejenigen, die durch die Pflege sehr belastet sind, ist die Änderung wichtig. Viele von ihnen konnten ambulante Reha-Leistungen nicht in Anspruch nehmen, weil es die familiäre Situation vor Ort nicht zugelassen hat“, sagt SoVD-Beraterin Christine Scholz. Ab 2019 müsse die Krankenkasse dafür sorgen, dass der Pflegebedürftige während einer stationären Kur untergebracht wird. Bislang mussten sich die Angehörigen selbst kümmern. „Das ist für viele eine große Erleichterung“, so Scholz.

Wer als pflegender Angehöriger eine stationäre Reha antreten möchte, muss sich diese vom Arzt verordnen lassen und sie bei der Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger beantragen. Dabei hilft das SoVD-Beratungszentrum Gifhorn, Michael-Clare Straße 6, Telefon 06371-3685.

Reges Interesse am Vortrag zum Thema Depressionen und Ängste

Gifhorn. Zu einem Vortrag zum Thema Depressionen und damit einhergehende Ängste hatte der Sozialverband Deutschland (SoVD)Kreisverband Gifhorn interessierte Bürgerinnen und Bürger am Dienstag, den 27.11.2018 in das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Gifhorn eingeladen. Referentin Frau Dr. med. Sigrid Schnelle, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aus Gifhorn erläuterte den 45 Teilnehmern in ihrem Vortrag anhand eines Praxisbeispiels, wie sich erste Anzeichen beginnender Depressionen erkennen lassen und beschrieb mögliche Behandlungsformen und Lösungsmöglichkeiten. Im Anschluss stand Frau Dr. Schnelle für die Teilnehmer im Rahmen einer Podiumsdiskussion für weitere Fragen zur Verfügung.

Ängste und Depressionen sind ernste psychische Krankheiten. Mit etwa vier Millionen Betroffener allein in Deutschland gehört die Depression mit Herzinfarkten und Krebs sogar zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt.„Es kann jeden treffen,“ sagt Frau Dr. Schnelle in ihrer Präsentation, „Untersuchungen haben gezeigt, dass 30% bis 50% der Patienten in den Hausarztpraxen auch an psychischen Erkrankungen leiden.“ Der SoVD kennt die Probleme mit der Erkrankung aus seinem Beratungsalltag. Immer häufiger kommen Menschen in die Sozialberatungsstelle, die aufgrund oder infolge verweigerter Sozialleistungen in schwierige Lebenssituationen geraten und deshalb an Depressionen und Ängsten erkranken.

In ihrem Referat führte Frau Dr. Schenlle einige wesentliche Punkte an. Dazu gehört die frühe Diagnose und Therapie. Ein erster Schritt ist, dass der Betroffene seine Depression anerkennt und bereit ist, fachkundige Hilfe anzunehmen Zu den psychischen Anzeichen gehören tiefe Niedergeschlagenheit, Gefühlsleere, Müdigkeit und Antriebsmangel. Viele Betroffene leiden unter Konzentrations- und Leistungsschwäche. Schuldgefühle hemmen zusätzlich ihre Handlungsfähigkeit. Dann helfen unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren im Rahmen der Verhaltenstherapie oder der sogenannten psychodynamischen Psychotherapie. Je nach Schweregrad und Form der Depression können Psychotherapien alleine oder in Kombination mit Medikamenten, mit Antidepressiva, wirksam sein. Wichtig sei, das der Patient im Rahmen seiner Möglichkeiten mitarbeitet. Frau Dr. Schnelle machte auch Mut. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Frau Dr. Schnelle Fragen derTeilnehmer. Dabei wurde deutlich, das allgemein gültige pauschale Antworten kaum möglich sind. Das Krankheitsbild lässt sich nur schwer vereinheitlichen und muss daher individuell für jeden Patienten diagnostiziert und nach Schwere und Betroffenheitsgrad des Erkrankten behandelt werden.