Aktuelles

SoVD fordert: Betriebsrentner endlich entlasten

Gifhorn. Seit 2004 müssen Betriebsrentner den vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – also sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil. Vorher musste weder das eine noch das andere übernommen werden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Gifhorn sieht darin schon lange eine unzumutbare Mehrbelastung für diejenigen, die privat vorgesorgt haben. Jetzt scheint Bewegung in das Thema zu kommen: Die Große Koalition auf Bundesebene möchte bis September eine Lösung präsentieren. „Die Bundestagsabgeordneten aus unserem Wahlkreis müssen sich in ihren Fraktionen dafür stark machen, dass diese Regelung wieder gekippt wird“, fordert der SoVD-Kreisvorsitzende Heinz-Ulrich Kabrodt.

Die Zahlung des vollen Beitragssatzes führt bei den betroffenen Rentnern dazu, dass das Polster der betrieblichen Altersvorsorge um fast 20 Prozent schmilzt. „Seitens der Politik wird immer propagiert, dass privat vorgesorgt werden muss, um Altersarmut zu verhindern. Mit dem Gesetz wurden ausgerechnet die bestraft, die dem gefolgt sind“, kritisiert Kabrodt. Besonders ungerecht sei die Tatsache, dass es keinen Bestandsschutz gebe, es sind also auch die Rentner betroffen, die vor dem Stichtag einen Vertrag abgeschlossen haben. „Das bedeutet, dass sich viele Betroffene eine höhere Rente ausgerechnet haben als sie durch die Neuregelung bekommen werden. Das ist vor allem für diejenigen hoch problematisch, die auf das Geld angewiesen sind“, so Kabrodt weiter.

Aus SoVD-Sicht müssen sich jetzt die Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen vehement dafür einsetzen, dass die Ungerechtigkeit beendet wird. „Wünschenswert wäre, dass wir zur Regelung vor 2004 zurückkehren. Zumindest die Zahlung des Arbeitgeberanteils muss sofort abgeschafft werden. Das bringt schon mal eine 50-prozentige Entlastung“, sagt Kabrodt. Mit dieser Forderung wird der SoVD in Gifhorn auch direkt auf die Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreis zugehen.

„Hannoversche Erklärung“: SoVD formuliert Forderungen an Politik

Hannover. Mit wichtigen Beschlüssen hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen seine Rolle als kritischer aber konstruktiver Partner der Politik gefestigt. In der „Hannoverschen Erklärung“, die am Sonntag, den 16.06.2019 auf der SoVD-Landesverbandstagung verabschiedet wurde, beschreibt Niedersachsens größter Sozialverband seine Vorstellungen und Forderungen zu den Themen Armut, Verteilungsgerechtigkeit, Pflege und Inklusion.

Besonderen Handlungsbedarf sieht der SoVD bei der Armut. „Diese wirksam zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam bewältigt werden muss“, fordert der Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt. Besonders in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik müsse verstärkt der Fokus auf Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung gelegt werden. „Armut ist dafür verantwortlich, dass Menschen sich von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind betroffen. Es wird Zeit, dass dieses brennende Thema auf der Agenda weiter nach oben rückt“, so Sackarendt weiter. Mit einer landesweiten Kampagne will der SoVD deshalb 2019/2020 das Armutsproblem in den Blickpunkt von Öffentlichkeit, Politik und Gesellschaft rücken.

„Der Schlüssel zum Abbau wachsender Armut liegt in einer gerechten Umverteilung“, macht der SoVD-Chef deutlich. Er plädiert deshalb für eine höhere Besteuerung der in Deutschland ansässigen Unternehmen, eine Vermögenssteuer, eine höhere Besteuerung von Unternehmensgewinnen und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Gleichzeitig erneuert der SoVD seine Kritik an dem Vorgehen der niedersächsischen Landesregierung bei der Inklusion. „Die Politik muss endlich aufhören, an dem Parallelsystem von allgemeiner Schule und Förderschulen festzuhalten. Das kostet unnötig Geld und verschärft die ohnehin bestehende Personalnot“, betont Sackarendt.

Auch beim Thema Pflege hat der Sozialverband ganz konkrete Forderungen an die Politik: Die Belastung von Pflegbedürftigen und ihren Angehörigen durch ständig steigende Eigenanteile müsse gestoppt werden. Die Ergebnisse der „Konzertierten Aktion Pflege“ seien völlig unzureichend. Außerdem müssten die Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Versorgung mit ausreichenden Pflegeangeboten in Niedersachsen sichergestellt sei. „Gerade bei ambulanten Pflegediensten ist die Lage oft problematisch. Viele Pflegebedürftige können zum Beispiel den Entlastungsbetrag für unterstützende Leistungen nicht in Anspruch nehmen, weil es nicht genügend Angebote gibt. Da muss dringend nachgebessert werden“, sagt Sackarendt.

Bernhard Sackarendt neuer Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen

Hannover. Bernhard Sackarendt ist neuer Vorsitzender des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in Niedersachsen. 98 Prozent der 134 Delegierten gaben dem Emsländer ihre Stimme. Er folgt damit auf Adolf Bauer, der nicht wieder für das Amt kandidiert hatte. Sackarendt war bislang als 2. Landesvorsitzender tätig.

Zu Sackarendts Stellvertreterin und Stellvertreter bestimmte die Landesverbandstagung des größten Sozialverbandes in Niedersachsen Elfriede Rosin aus Adendorf und den Celler Achim Spitzlei. Die Lüneburger SoVD-Kreisvorsitzende wurde einstimmig gewählt. Spitzlei, der den Kreisverband in Celle leitet, erteilten 98 Prozent der Delegierten ihre Zustimmung.

In ihrem Amt bestätigt wurde die Frauensprecherin Roswitha Reiß (Göttingen). Als Schatzmeister wurde Bruno Hartwig (Wagenfeld) wiedergewählt. Schriftführer wurde Dieter Hebner (Hildesheim).

15 weitere Mitglieder komplettieren nach dem Votum der Verbandstagung den niedersächsischen Landesvorstand.

SoVD-Kreisverband Gifhorn empfängt Bundesminister Hubertus Heil

Gifhorn. Beim „Tag der Senioren“ am 25.05.2019 in der Gifhorner Fußgängerzone informierte der SoVD-Kreisverband an seinem Informationsstand zahlreiche Passanten über den SoVD. Die Veranstaltung bot einen exzellenten Rahmen, denn weitere 30 sozial engagierte Institutionen und Vereine und das abwechslungsreiche Bühnenprogramm lockten viele Besucher in die Gifhorner Innenstadt. Prominentester Gast am SoVD-Stand war der Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil sowie Gifhorns Bürgermeisterkandidat Gunter Wachholz. Beide Politiker informierten sich im Gespräch mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Heinz-Ulrich Kabrodt über die Arbeit und Ziele des SoVD.

„Der Tag der Senioren ist eine seit Jahren etablierte Veranstaltung und ein Besuchermagnet. Das ist für uns der ideale Rahmen, um unseren Verband und unsere Themen einem breitem Publikum vorstellen zu können“, sagte Kabrodt. Unterstützt wurde Kabrodt von der SoVD Kreisfrauensprecherin Ute Scheer, stellvertretende Frauensprecherin Monika Denecke, Kassenwart Horst Nagel, den OV-Vorsitzenden Henning Zapf sowie Thomas Finnern und dem 2.Kreisverbandsvorsitzendem Lutz Lau.

SoVD übergibt Plakette an Grundschule Brome

Gifhorn. Vom behindertengerechten Parkplatz bis zum stufenlos erreichbaren Klassenzimmer: Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Kreisverband Gifhorn hat die Grundschulen im Landkreis Gifhorn auf Barrierefreiheit getestet. Die Grundschule Brome schnitt dabei am besten ab. Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 6.Mai hatte der Kreisvorsitzende Heinz-Ulrich Kabrodt an Schulleiterin Marianne Berlinecke die SoVD-Plakette „An alle gedacht“ überreicht. Mit der Plakette könne die Grundschule Brome jetzt gegenüber Schülerinnen,Schülern und Eltern ihre Offenheit und Bestrebungen in Richtung Barrierefreiheit signalisieren, so der SoVD-Kreisvorsitzende bei der Preisübergabe.

Schulleiterin Marianne Berlinecke sowie Vertreter des Schulträgers nebst Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann freuten sich über die Auszeichnung als ein Zeichen der Anerkennung dafür, dass die Grundschule Brome mit gutem Beispiel bei der Barrierefreiheit vorangeht.

Der SoVD hatte im Februar eine Checkliste zur Selbstauskunft an die 42 Grundschulen im Kreisgebiet verschickt. Diese berücksichtigt die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern genauso wie etwa die von Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung. Gefragt wurde daher nicht nur nach Rampen und Aufzügen, sondern zum Beispiel auch nach einem tastbaren Leitsystem, kontrastreichen Schildern mit gut lesbarer Schrift und einem Pausensignal, das sowohl akustisch als auch visuell wahrnehmbar ist.

Teilgenommen hatten 8 Grundschulen, die Schule Brome erreichte die höchste Gesamtpunktzahl. Als Niedersachsens größter Sozialverband macht sich der SoVD seit Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung stark – sowohl auf politischer Ebene als auch in landesweit rund 60 Beratungszentren.

SoVD: Auch Heilerziehungspfleger müssen vom Schulgeld befreit werden

Hannover. Bislang mussten diejenigen, die Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Podologen werden wollten, ihre Ausbildung selbst bezahlen. Für viele bedeutete dies Kosten von bis zu 400 Euro monatlich. Eine Richtlinie der Landesregierung sieht jetzt vor, das Schulgeld abzuschaffen. Dem Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen geht das allerdings nicht weit genug. Er fordert auch die Schulgeldfreiheit für Heilerziehungspfleger.

Nachdem das Schulgeld für Auszubildende in der Altenpflege bereits 2014 abgeschafft wurde, müssen angehende Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Podologen laut einer Richtlinie der Landesregierung ab dem 1. August 2019 ihre Ausbildung ebenfalls nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein richtiger und vor allem wichtiger Schritt“, sagt Adolf Bauer, SoVD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Ein Wertmutstropfen sei allerdings, dass nur diejenigen befreit würden, die jetzt ihre Ausbildung beginnen. „An diesem Punkt sollte die Regierung – trotz haushalterischer Bedenken – nochmal nachbessern“, fordert Bauer.
Beim Thema Schulgeldfreiheit dürfen aus Sicht des SoVD außerdem die Heilerziehungspfleger nicht weiter außen vor gelassen werden. Sie sind Fachkräfte für Teilhabe, Bildung und Pflege und begleiten Menschen mit Behinderung, die besondere Unterstützung benötigen – zum Beispiel als Integrationshelfer an Regelschulen, in der Frühförderung oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
„Insbesondere beim Thema Inklusion wird immer wieder deutlich, dass in den Schulen entsprechend ausgebildetes Personal fehlt. Deshalb sollte die Landesregierung alles tun, um Nachwuchs zu finden“, so der SoVD-Chef. Das Schulgeld auch in diesem Bereich abzuschaffen, wäre eine erste Maßnahme.

Reges Interesse am Vortrag zum Thema Depressionen und Ängste

Gifhorn. Zu einem Vortrag zum Thema Depressionen und damit einhergehende Ängste hatte der Sozialverband Deutschland (SoVD)Kreisverband Gifhorn interessierte Bürgerinnen und Bürger am Dienstag, den 27.11.2018 in das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Gifhorn eingeladen. Referentin Frau Dr. med. Sigrid Schnelle, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aus Gifhorn erläuterte den 45 Teilnehmern in ihrem Vortrag anhand eines Praxisbeispiels, wie sich erste Anzeichen beginnender Depressionen erkennen lassen und beschrieb mögliche Behandlungsformen und Lösungsmöglichkeiten. Im Anschluss stand Frau Dr. Schnelle für die Teilnehmer im Rahmen einer Podiumsdiskussion für weitere Fragen zur Verfügung.

Ängste und Depressionen sind ernste psychische Krankheiten. Mit etwa vier Millionen Betroffener allein in Deutschland gehört die Depression mit Herzinfarkten und Krebs sogar zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt.„Es kann jeden treffen,“ sagt Frau Dr. Schnelle in ihrer Präsentation, „Untersuchungen haben gezeigt, dass 30% bis 50% der Patienten in den Hausarztpraxen auch an psychischen Erkrankungen leiden.“ Der SoVD kennt die Probleme mit der Erkrankung aus seinem Beratungsalltag. Immer häufiger kommen Menschen in die Sozialberatungsstelle, die aufgrund oder infolge verweigerter Sozialleistungen in schwierige Lebenssituationen geraten und deshalb an Depressionen und Ängsten erkranken.

In ihrem Referat führte Frau Dr. Schenlle einige wesentliche Punkte an. Dazu gehört die frühe Diagnose und Therapie. Ein erster Schritt ist, dass der Betroffene seine Depression anerkennt und bereit ist, fachkundige Hilfe anzunehmen Zu den psychischen Anzeichen gehören tiefe Niedergeschlagenheit, Gefühlsleere, Müdigkeit und Antriebsmangel. Viele Betroffene leiden unter Konzentrations- und Leistungsschwäche. Schuldgefühle hemmen zusätzlich ihre Handlungsfähigkeit. Dann helfen unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren im Rahmen der Verhaltenstherapie oder der sogenannten psychodynamischen Psychotherapie. Je nach Schweregrad und Form der Depression können Psychotherapien alleine oder in Kombination mit Medikamenten, mit Antidepressiva, wirksam sein. Wichtig sei, das der Patient im Rahmen seiner Möglichkeiten mitarbeitet. Frau Dr. Schnelle machte auch Mut. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Frau Dr. Schnelle Fragen derTeilnehmer. Dabei wurde deutlich, das allgemein gültige pauschale Antworten kaum möglich sind. Das Krankheitsbild lässt sich nur schwer vereinheitlichen und muss daher individuell für jeden Patienten diagnostiziert und nach Schwere und Betroffenheitsgrad des Erkrankten behandelt werden.