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Land Niedersachsen unterstützt BetroffeneErholung für alle: Urlaub kann für Familien mit wenig Geld gefördert werden

Gifhorn. In den Urlaub fahren, einmal ausspannen und sich erholen: Nicht für jede Familie ist das finanziell machbar. Deshalb fördert das Land Niedersachsen unter Umständen Erholungsurlaube für Familien mit wenig Einkommen – wenn mindestens ein Kind teilnimmt. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Gifhorn informiert rund um das Förderangebot.
Jede Familie hat Urlaub und Erholung verdient. Um dies auch für Familien mit wenig Einkommen möglich zu machen, fördert das Land Niedersachen einen Urlaub für Betroffene, wenn diese die Voraussetzungen erfüllen. Im Rahmen der einkommensabhängigen Leistung förderungsfähig sind Erholungsaufenthalte mit mindestens sieben und höchstens 14 Übernachtungen in Ferienstätten gemeinnütziger Träger*innen, in für Familienferien geeigneten Jugendherbergen oder anderen familiengerechten Einrichtungen wie Bauernhöfen und Campingplätzen in Deutschland.
„Wenn mindestens ein Kind teilnimmt, wird jeder Übernachtungstag mit bis zu 15 Euro bezuschusst. Außerdem sind weitere Zuschläge möglich“, weiß SoVD-Beraterin Christine Scholz. Alleinerziehende und Familien mit einem*einer Angehörigen mit Behinderung erhielten pro Tag mit Übernachtung zusätzlich bis zu zehn Euro, bei einem Aufenthalt in einer gemeinnützigen Familienferienstätte oder Jugendherberge seien es bis zu 15 Euro. In begründeten Fällen können auch Großeltern bei der Förderung berücksichtigt werden.
Ob eine Förderung infrage kommt, kann unter https://t.ly/gPkxD berechnet werden. „Wer dazu oder zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten wie Wohn- oder Bürgergeld Fragen hat, kann sich auch an den SoVD wenden. Wir sind gerne behilflich“, informiert Scholz. Mehr Informationen zur Urlaubsförderung des Lands Niedersachsen sowie der Antragstellung sind außerdem unter https://t.ly/xGSVu zu finden.
Bei weiteren Fragen rund um das Thema sind die Berater*innen des SoVD in Gifhorn gerne Ansprechpartner*innen. Der Verband kann telefonisch unter 05371 3685 oder mit einer E-Mail an info.gifhorn@sovd-nds.de kontaktiert werden.
Soziale Gerechtigkeit stärker in den Fokus rückenSoVD fordert: Landesregierung muss sich für Vermögenssteuer stark machen
Hannover. Das Vermögen in Deutschland ist nach wie vor massiv ungerecht verteilt, es gibt immer mehr Milliardär*innen. Das geht aus einem Oxfam-Bericht hervor. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb vom Land Niedersachsen, sich im Bundesrat für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer einzusetzen. Nur so kann der wachsenden Schere aus Arm und Reich wirklich etwas entgegengesetzt werden.
Eine aktuelle Oxfam-Studie zeigt: Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Milliardär*innen in Deutschland um ein Drittel gestiegen. Gleichzeitig liegt in Niedersachsen die Zahl der Menschen, die armutsgefährdet sind, bei 16,6 Prozent. Insbesondere junge Erwachsene sind betroffen, hier beträgt die Quote über 25 Prozent. „Das spiegelt ganz deutlich die soziale Ungleichheit wider“, sagt Dirk Kortylak, Vorstand des SoVD in Niedersachsen und ergänzt: „Kranken- und Pflegekassen fehlt das Geld und die Kommunen in Niedersachsen schreiben immer häufiger rote Zahlen. In Anbetracht dieser Situation ist es völlig unverständlich, warum extrem reiche Menschen nicht stärker besteuert werden.“
Aus Sicht des größten Sozialverbands in Niedersachsen muss die Politik hier endlich aktiv werden. „Da reicht es nicht aus, wenn sich die Landesregierung immer darauf zurückzieht, dass das auf Bundesebene geregelt werden muss. Diese Haltung lässt den Einfluss Niedersachsens, zum Beispiel im Bundesrat, völlig außen vor. Die Landesregierung muss eine Bundesratsinitiative zur Wiedereinführung einer Vermögenssteuer anstrengen“, fordert Kortylak. Es müsse seitens der Politik mehr für soziale Gerechtigkeit getan werden. „Es ist den Bürger*innen schlichtweg nicht zu vermitteln, warum Milliardär*innen nicht ausreichend besteuert werden, während das Leben für alle anderen Menschen immer teurer wird.“ Außerdem würde auch Niedersachsen von einer Vermögenssteuer profitieren. „Das Land hätte sehr viel mehr Spielraum, um das Leben der Menschen spürbar zu verbessern“, so Kortylak.
Wissenswertes rund um die elektronische PatientenakteKostenloser Vortrag: SoVD und AOK informieren zur „ePA für alle“
Gifhorn. Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wirft bei vielen Menschen Fragen auf, die sie verunsichern. Aus diesem Grund hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) die AOK Niedersachsen am 12. Februar 2026 für einen kostenlosen Online-Vortrag eingeladen, in dem von 16 bis 17.30 Uhr rund um die Neuerung im Gesundheitswesen informiert wird. Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
„Was kann die ePA und wie nutze ich sie?“ Diese und weitere Fragen stellen sich aktuell viele Menschen. Um Versicherte aller Krankenkassen umfassend und fachkundig informieren zu können, hat der SoVD in Niedersachsen Leonie Jung und Vivian Dückmann von der AOK Niedersachsen eingeladen, zum Thema „ePA für alle“ zu referieren. Die kostenlose Informationsveranstaltung findet am 12. Februar 2026 von 16 bis 17.30 Uhr statt.
Die Referentinnen thematisieren in ihrem Online-Vortrag unter anderem grundlegende Fragen wie „Was ist die ePA für alle?“ oder „Warum gibt es die ePA?“ und informieren außerdem zu Datensicherheit, Zugriffsrechten und Verwaltung. Darüber hinaus bekommen Teilnehmende die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen zu stellen.
Zu der Veranstaltung anmelden können sich Mitglieder und Interessierte bis zum 9. Februar 2026 unter weiterbildung@sovd-nds.de über den SoVD. Angemeldete Personen erhalten spätestens am Vortragstag eine E-Mail mit den Microsoft-Teams-Zugangsdaten. Für Fragen steht Kai Bursie, Regionalleiter des SoVD-Beratungszentrums in Braunschweig, gerne unter 0531 480760 oder kai.bursie@sovd-nds.de zur Verfügung.
Einfach bequem von zuhause informierenOnline-Vortrag: „Altersrenten: Welche steht mir zu? Und reicht sie später zum Leben?“
Gifhorn. Auch im neuen Jahr informiert der SoVD kostenlos zu sozialen Fragen. Am 29.Januar 2026 bietet der Sozialverband Deutschland (SoVD) im Rahmen seiner digitalen Vortragsreihe eine Online-Veranstaltung zum Thema „Altersrenten: Welche steht mir zu? Und reicht sie später zum Leben?“ an. Kai Bursie, Regionalleiter des SoVD, referiert von 16 bis 17.30 Uhr. Sowohl Verbandsmitglieder als auch Interessierte haben bis zum 26.Januar die Möglichkeit, sich anzumelden.
Im Januar geht es in der digitalen SoVD-Vortragsreihe um das Thema „Altersrenten: Welche steht mir zu? Und reicht sie später zum Leben?“. In seinem Zoom-Vortrag gibt Kai Bursie Teilnehmenden am 29.01.26 von 16 bis 17.30 Uhr dabei einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Arten der Altersrente und erklärt alles Wichtige zum Anspruchsalter und den Anspruchsvoraussetzungen. Außerdem spricht der Referent über die Grundzüge der Rentenberechnung sowie mögliche Rentenlücken und thematisiert, wie sinnvoll eine weitere Altersvorsorge sein kann.
Anmelden können sich Interessierte bis zum 26.Januar unter weiterbildung(at)sovd-nds.de. Der Teilnahmelink wird spätestens am Veranstaltungstag an angemeldete Personen verschickt. Weitere Informationen rund um die digitale Vortragsreihe des SoVD und alle aktuellen Termine sind unter www.sovd-nds.de verfügbar.
Breite Zustimmung zur Pflege-BürgerversicherungSoVD-Umfrage: Pflegende Angehörige brauchen mehr Hilfe

Hannover. Eine Umfrage des Sozialverbands Deutschland (SoVD) zeigt: Fast 80 Prozent der Befragten in Deutschland finden, dass die staatliche Unterstützung für pflegende Angehörige unzureichend ist. Für Niedersachsen hat dieses Ergebnis besondere Bedeutung, da etwa 85 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen zuhause versorgt werden. Der SoVD in Niedersachsen fordert deshalb von der Landesregierung, ambulante Pflegedienste nachhaltiger zu finanzieren und pflegende Angehörige spürbar zu entlasten.
Immer mehr Menschen in Niedersachsen werden im Pflegefall zuhause betreut. Meistens, weil sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten, häufig aber auch, weil ein Platz im Pflegeheim zu teuer ist. Die Pflege wird dann in erster Linie von Angehörigen übernommen. „Sie sind der größte Pflegedienst Deutschlands, bekommen aber viel zu wenig Unterstützung“, stellt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, fest. Das bestätige auch die Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Verbands durchgeführt hat. „Die Zahlen machen deutlich, dass sich pflegende Angehörige von der Politik im Stich gelassen fühlen. Es fehlt an Wertschätzung und Entlastung“, so Swinke weiter. Das könne nicht so weitergehen, die Politik müsse die Notbremse ziehen.
Aus SoVD-Sicht sind vor allem eine Stärkung und eine nachhaltige Finanzierung von ambulanten Pflegediensten nötig, da sie wesentlich zur Entlastung der Angehörigen beitragen. „Außerdem muss die Landesregierung für mehr niedrigschwellige Unterstützungsangebote direkt vor Ort sorgen“, fordert der Vorstandsvorsitzende. Besonders wichtig sei es aber, dass sich das Land auf Bundesebene für eine Pflegevollversicherung, die alle Leistungen übernimmt, die Einführung eines Familienpflegegelds und für eine Pflege-Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, einsetzt. Letztere wird auch von rund 80 Prozent der Befragten der SoVD-Erhebung positiv gesehen.
Civey hat für den Sozialverband Deutschland vom 2. bis zum 16. Oktober 2025 online 2.500 Bundesbürger*innen ab 18 Jahren und 500 Personen, die eine*n Angehörige*n pflegen, befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,5 Prozentpunkten (Gesamtbevölkerung) und 9,1 Prozentpunkten (pflegende Angehörige) beim jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier: https://civey.com/unsere-methode.
„Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung“ am 3. DezemberEinsamkeit bei Menschen mit Behinderung: „Landesregierung muss das Ruder endlich rumreißen“

Hannover. Untersuchungen zeigen: Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen sind besonders häufig von Einsamkeit betroffen. Fehlende Mobilität, höhere Arbeitslosigkeit und ein größeres Armutsrisiko führen zu sozialer Isolation. Anlässlich des „Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung“ am 3. Dezember macht der Sozialverband Deutschland (SoVD) klar, dass die Landesregierung diese Entwicklung als gesamtgesellschaftliches Problem erkennen und durch konkrete Schritte stoppen muss.
Laut „Einsamkeitsbarometer 2024“ weisen Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung deutlich höhere Belastungen durch Einsamkeit auf als andere Gruppen. „Insgesamt fühlen sich immer mehr Menschen in Niedersachsen sozial ausgeschlossen. Dass die Werte bei denjenigen, die eine Behinderung haben, höher sind, wundert uns als Sozialverband nicht“, erläutert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Denn: Betroffene hätten mit besonders vielen Barrieren zu kämpfen, die Einsamkeit verstärken. „In Niedersachsen sind Bus und Bahn oft nicht barrierefrei. Das führt dazu, dass Menschen mit Behinderung weniger am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, so Swinke weiter. Auch beim Thema Arbeit würden Betroffene benachteiligt. „Menschen, die eine Behinderung haben, sind doppelt so oft arbeitslos wie Menschen ohne Einschränkung. Das liegt jedoch nicht an fehlenden Kompetenzen, sondern hat in erster Linie damit zu tun, dass Unternehmen immer noch viel zu selten Arbeitnehmer*innen mit Behinderung einstellen“, betont der Vorstandsvorsitzende. Hier müsse sich dringend etwas in den Köpfen der Verantwortlichen ändern: „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir auf dieses Wissen und Engagement nicht verzichten.“
Mit großer Sorge betrachtet Niedersachsens größter Sozialverband die Tatsache, dass Menschen mit Behinderung ein besonders hohes Armutsrisiko haben. „Daran muss sich dringend etwas ändern“, fordert der niedersächsische SoVD-Chef. Die Landesregierung habe zwar mit dem „Vierten Aktionsplan Inklusion“ Ziele formuliert, allerdings fehlten vielerorts konkrete Umsetzungsschritte, verbindliche Zeitpläne und vor allem die finanziellen Mittel. „Wir brauchen in Sachen Inklusion unbedingt mehr Tempo, die Landesregierung muss das Ruder jetzt endlich rumreißen. Es darf nicht sein, dass Menschen mit Behinderung sich derart ausgegrenzt und abgehängt fühlen“, sagt Swinke.
Verband fordert bessere Politik für Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige„Schwarzbuch sozial“: SoVD veröffentlicht Ungerechtigkeiten
Hannover. Am Mittwoch, den 26.11.25 hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sein aktuelles „Schwarzbuch sozial“ mit den größten Ungerechtigkeiten aus seinem Beratungsalltag vorgestellt: Da weigert sich ein Landkreis die Kosten für ein behindertengerechtes Fahrzeug für eine Frau im Elektro-Rolli zu übernehmen, weil sie ja auch mit Bus und Bahn fahren könne. Da lehnt es die Deutsche Rentenversicherung ab, eine Erwerbsminderungsrente zu zahlen, obwohl der Betroffene schwer krank und arbeitsunfähig ist. Da droht eine Frau trotz guter Rente in die Sozialhilfe abzurutschen, weil die Pflegeheimkosten so hoch sind. Vielen dieser Fälle liegen ungerechte Gesetze, wirtschaftliche Erwägungen und oft auch mangelndes Fingerspitzengefühl zugrunde. Deshalb stellt der SoVD ganz konkrete Forderungen an Behörden, Ämter und die Politik.
Die mehr als 20 Fälle im neuen „Schwarzbuch sozial“ des SoVD in Niedersachsen zeigen sehr eindrücklich: Recht haben und Recht bekommen sind leider sehr oft zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Gerade Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige sowie Erkrankte, die nicht mehr arbeiten können, sind von falschen und ungerechten Entscheidungen der Ämter, Behörden, Kranken- und Pflegekassen betroffen. „Viele Menschen fühlen sich in ihrem Kampf alleingelassen und kommen zu uns. Unsere Erfahrung zeigt: Die Zahl derjenigen, die nicht mehr weiterwissen und überfordert sind, nimmt zu. Im vergangenen Jahr haben wir für unsere Mitglieder über 50.000 Verfahren geführt. Seit 2022 ist diese Zahl kontinuierlich um 25 Prozent gestiegen“, erläutert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Die Fälle aus dem aktuellen Schwarzbuch seien dabei nur die Spitze des Eisbergs.
Besonders Menschen mit Behinderung sind laut SoVD massiv von Benachteiligungen betroffen – beispielsweise, wenn es um einen Grad der Behinderung oder sogenannte Merkzeichen geht. „Allein in diesen Bereichen sind unsere Verfahrenszahlen im zurückliegenden Jahr um drei Prozent gestiegen“, so Swinke und ergänzt: „Wenn wir Widerspruch für unsere Mitglieder einlegen, ist fast ein Viertel davon erfolgreich. Das heißt: Fast jede vierte Entscheidung zu einem Antrag, die vom Landesamt für Soziales getroffen wird, ist falsch.“ Dabei werde vor allem ein Problem besonders deutlich: Die persönliche Situation der Betroffenen werde nicht richtig erkannt, weil eine Begutachtung nur nach Aktenlage erfolge. „Wir appellieren ganz klar an die Behörden, Pflege- und Krankenkassen, individuelle Bedürfnisse besser im Blick zu haben und nicht darauf zu spekulieren, dass Menschen sich mit einem ablehnenden Bescheid zufriedengeben“, fasst der Vorstandsvorsitzende zusammen.
Ähnliche Probleme sieht Niedersachsens größter Sozialverband auch bei den Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können und eine Erwerbsminderungsrente beantragen müssen. „Die Betroffenen brauchen dann unsere Unterstützung, weil ihnen oft unterstellt wird, nicht krank genug zu sein. Viele Fälle ziehen sich dann lange hin, was unsere Mitglieder nicht nur mürbe macht, sondern oft auch in finanzielle Schwierigkeiten bringt“, kritisiert der niedersächsische SoVD-Chef.
Im aktuellen „Schwarzbuch sozial“ sind auch die hohen Eigenanteile, die Pflegebedürftige für ihren Platz im Pflegeheim zahlen müssen, ein großes Thema. „Es kann nicht sein, dass eine Seniorin mit einer sehr guten Rente kurz davorsteht, Hilfe zur Pflege beziehungsweise Sozialhilfe beantragen zu müssen, weil sie die Kosten nicht mehr stemmen kann“, bemängelt Katharina Lorenz, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim SoVD in Niedersachsen. Grund für eine solche Situation seien häufig die gestiegenen Investitionskosten der Einrichtungen. „Das Absurde und Ungerechte ist, dass Selbstzahler*innen meistens höhere Investitionskosten zahlen müssen als Behörden, die die Beträge im Rahmen der Hilfe zur Pflege übernehmen“, so Lorenz weiter. Doch dafür gebe es eine Lösung: „Das Land Niedersachsen muss wieder die Investitionskosten zahlen. Dadurch würden Pflegebedürftige um durchschnittlich 500 Euro im Monat entlastet.“ Dass das Geld dafür nicht da sei, stimme nicht. „Momentan zahlt nicht das Land, sondern die Kommunen müssen immer mehr Hilfe zur Pflege übernehmen. Es würde sich einfach nur der Finanzierungstopf ändern“, sagt die Abteilungsleiterin. Das Problem müsse jetzt endlich angegangen werden.
Der SoVD in Niedersachsen vertritt die Interessen von rund 295.000 Menschen in den Bereichen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit, Bürgergeld und Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht. Und das mit Erfolg: Im vergangenen Jahr hat der Verband rund 57,5 Millionen Euro an einmaligen Nachzahlungen für seine Mitglieder erstritten.
Das „Schwarzbuch sozial“ ist im Internet unter www.sovd-nds.de im Bereich Service/Flyer und Broschüren abrufbar (https://tinyurl.com/28ne9c9o).



