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Aktuelles

Gedanken zum Umgang mit der empfohlenen Kontakteinschränkung von Berko Härtel, Pressereferent SoVD Kreisverband Gifhorn Alltag in der Krise

Samstag Nachmittag, meine Frau und ich sitzen wie derzeit geboten allein in unserem Wohnzimmer, als plötzlich jemand an die Fensterscheibe klopft. Erst nach intensivem Hinschauen erkenne ich meinen guten Freund Kurti und seine Frau. Beide sind vermummt wie Beduinen, die einen Sandsturm erwarten und winken mir freundlich zu. So sehr ich mich freue, die beiden leibhaftig bei uns zu sehen, bekomme ich sofort ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, denn ich kann sie nicht herein bitten.

Was für ein Dilemma. Ich kenne Kurti schon seit Jahren, der Mann ist mit Leib und Seele Kommunikator, beruflich und privat. Seit einer guten Woche arbeitet er nun zwangsweise vom Homeoffice. Keine Meetings mit Kollegen, keine Präsentationen mit Publikumsverkehr oder Geschäftsessen mit Kunden. Das „Social Distancing“ trifft ihn hart. Und dann auch noch kein Fußball. Für mich gefühlt war er jedes Wochenende entweder im Stadion oder auf den lokalen Fußballplätzen im Landkreis. Kein gemeinsamer Jubelschrei und kollektives In-die-Arme-fallen mit seinen Vereinskameraden, wenn ihre Mannschaft ein Tor geschossen hat. Das legt sich wie Blei auf sein Gemüt.

Ich habe es da besser, ich habe meine Gitarre, die mich auf andere Gedanken bringt. Seit den empfohlenen Ausgangsbeschränkungen übe ich allein zuhause ein kompliziertes Heavy-Metal Stück, das meine ganze Aufmerksamkeit und viel Zeit fordert. Ähnlich wie bei der Bewältigung der Coronakrise komme ich nur langsam voran, aber auch die kleinen Erfolge sind der Lohn für die Mühen und ermuntern mich, weiter zu machen.

Es bedrückt mich, dass ich Kurti nicht herein bitten kann. Aber ihn schroff abzuweisen bringe ich auch nicht so einfach übers Herz. Also deute ich den beiden, zum Gartentor zu kommen. Unsere Terrasse bietet reichlich Platz, so dass wir den nötigen Sicherheitsabstand locker einhalten können. Die Begrüßung ist surreal und befremdlich, weil wir das so nicht kennen. Statt wie gewohnt ein kräftiges Händeschütteln unter gestandenen Männern nach dem Motto „Gib mir fünf“ verbeugen wir uns wie in Asien üblich mit angelegten Händen und gefühlten zehn Metern Abstand. Auch das herzliche Umarmen seiner Frau muss entfallen, obwohl ich gerade jetzt ein gesteigertes Bedürfnis dazu hätte, um ihr in dieser besonderen Situation meine Verbundenheit und Zuversicht durch Nähe zu demonstrieren.

Ich erkläre Kurti, dass ich mich sehr über seinen Besuch freue, aber leider ist das aktuell keine gute Idee. Ja, ist schon klar, sagt Kurti, aber wir dachten, wir schauen mal kurz vorbei, wie es euch so geht. Ich kann die Enttäuschung in seiner Stimme spüren. Wir tauschen noch zwei/drei kurze Sätze, dann gehen die beiden mit gesenktem Kopf wieder. Kurti ist ein hoch intelligenter und sensibler Mann, er weiß, dass ich das nicht böse meine. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ein weltweit agierendes Virus mich zwingt, die auch von mir sehr geschätzten persönlichen Kontakte zu all meinen Freunden einstellen zu müssen. Da spürt man auf einmal, wie sehr einem menschliche Begegnungen fehlen.

Verzeih mir, Kurti und auch alle anderen Freunde, die ich derzeit nicht treffen kann. Aber wenn wir alle jetzt die notwendige Disziplin wahren, dann werden wir schon bald wieder gemeinsam auf der Terrasse sitzen, feiern, schunkeln und uns in die Arme fallen, wenn unsere Mannschaft ein Tor erzielt.

Der SoVD wünscht Ihnen allen dass Sie gesund und munter bleiben. 

Einsamkeit, Depressionen und Probleme bei der Pflege können die Folge seinIsolation von Älteren: „Damit spaltet man die Gesellschaft“

Gifhorn. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen zeigt sich empört angesichts der Vorschläge, Ältere und andere Risikogruppen aus dem Alltag zu separieren und so der Corona-Krise zu begegnen. „Bei allem Verständnis für unkonventionelle Vorgehensweisen in der derzeitigen Situation: Mit solchen Aussagen spaltet man die Gesellschaft, wo doch aber gerade jetzt Zusammenhalt angesagt ist“, kritisiert der Gifhorner SoVD-Kreisverbandsvorsitzende Heinz-Ulrich Kabrodt.

Insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen ist es schädlich, sie über mehrere Monate von der Außenwelt abzuschneiden. „Das fördert nur die Einsamkeit, Depressionen können die Folge sein“, erläutert Kabrodt. Hinzu kämen Probleme bei der Pflege oder auch bei der ärztlichen Versorgung, da viele Termine möglicherweise nicht mehr wahrgenommen werden könnten.

Besonders ärgert sich Kabrodt, dass die Vorschläge vor allem vor dem wirtschaftlichen Hintergrund diskutiert werden: „Es ist unfassbar, dass eine komplette Isolation der Risikogruppen damit gerechtfertigt wird, dass die Volkswirtschaft schnellstmöglich wieder anlaufen muss.“ Die Selbstbestimmung und die Würde jedes Einzelnen seien hohe Güter, die es auch in Krisenzeiten zu schützen gelte.

Verband beantwortet Fragen zu Kurzarbeitergeld, Vorsorgevollmacht & Co. SoVD baut WhatsApp-Beratung aus

Gifhorn. Aufgrund der derzeitigen Corona-Krise baut der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen seine WhatsApp-Beratung aus. Bislang berät Niedersachsens größter Sozialverband alle interessierten Bürger*Innen einmal im Monat zu den Themen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit, Hartz IV und Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht über den Messenger-Dienst. Ab sofort stehen SoVD-Beraterinnen und -Berater einmal die Woche für Fragen zur Verfügung. Das WhatsApp-Angebot ergänzt die allgemeine Beratung des Verbandes, die Mitglieder können sich auch weiterhin zu aktuell laufenden Verfahren oder Anträgen im Gifhorner SoVD-Beratungszentrum per Telefon und E-Mail informieren. 

„Wir verzeichnen derzeit in Gifhorn ein erhöhtes Aufkommen an telefonischen Anfragen, so dass sich leider vereinzelt Wartezeiten nicht vermeiden lassen. Wir merken, dass Betroffene in der momentanen Situation zahlreiche Fragen haben – etwa wenn es um Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Hartz IV für Selbstständige aber auch um die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht geht. Mit unserem zusätzlichen Beratungsangebot sind wir auch weiterhin zuverlässig für unsere Mitglieder und sozial benachteiligte Menschen da“, sagt die Leiterin des Gifhorner SoVD-Beratungszentrum Christine Scholz.

Die WhatsApp-Beratung funktioniert ganz einfach: Interessierte müssen die Nummer 0511 65610720 nur zu ihren Kontakten hinzufügen und können dann ihre Frage per WhatsApp stellen. Die Beratung findet am 25. März, 1. April, 14. April und 21. April jeweils von 17 bis 18 Uhr statt. Weitere Termine sind in Planung und über die Internetseite www.sovd-nds.de abrufbar. Telefonisch und per E-Mail ist das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn unter 05371 36 85 oder info(at)sovd-gifhorn.de erreichbar.

Beratungszentren werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagtWegen Corona-Virus: SoVD-Beratung ab sofort ausschließlich telefonisch und per E-Mail

Hannover/Gifhorn. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) schließt aufgrund der aktuellen Situation zum Corona-Virus bis auf Weiteres alle seine Beratungszentren in Niedersachsen. Davon betroffen ist auch das Gifhorner Beratungszentrum in der Michael-Clare Straße 6. Die Beratung rund um die Themen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit und Hartz IV findet aber weiterhin statt - allerdings ausschließlich per Telefon unter der Rufnummer 05371-3685 und per E-Mail info(at)sovd-gifhorn.de.

Außerdem sagt Niedersachsens größter Sozialverband alle Veranstaltungen bis Ende Juni ab beziehungsweise verschiebt sie ins zweite Halbjahr 2020. Mit diesen Maßnahmen möchte der SoVD zur Eindämmung des Corona-Virus beitragen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die besonders gefährdete Gruppe der Älteren, Menschen mit Beeinträchtigungen und chronisch Kranken schützen.

Beitrag zur Eindämmung des CoronavirusSoVD sagt alle öffentlichen Veranstaltungen ab

Hannover/Gifhorn. Aufgrund der aktuellen Lage zum Coronavirus Sars-CoV-2 hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen beschlossen, alle seine öffentlichen Veranstaltungen bis zum 30. Juni 2020 abzusagen bzw. in die zweite Jahreshälfte zu verschieben. Damit möchte Niedersachsens größter Sozialverband dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe der Älteren und Menschen mit Beeinträchtigungen zu schützen.

Für den SoVD-Kreisverband Gifhorn betrifft dies folgende Veranstaltungen:

Aktion in der Gifhorner Fußgängerzone zum „Equal Pay Day“ am 18.03.2020

Schulranzenübergabe an Familien am 19.03.2020 in der Geschäftsstelle des SoVD, Michael-Clare Straße 6 in Gifhorn

Bewerbertraining im Gifhorner Mehrgenerationenhaus am 06. und 07.04.2020

SoVD-Aufruf erfolgreich: Weitere Ausdünnung der Infrastruktur des Handwerker- und Blumenviertels in Gifhorn verhindert

Gifhorn. Die Schließung der Penny-Filiale zum Jahresende im Fuchsienweg/Ecke Dannenbütteler Weg in Gifhorn führte zu Empörung bei Heinz-Ulrich Kabrodt, 1.Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Gifhorn. Er beanstandete die damit verbundene klare Benachteiligung der Bewohner des Handwerker- und Blumenviertels und wies in einer Pressemitteilung auf die damit einhergehende Ausgrenzung von Senioren und Menschen mit Behinderung hin. Jetzt gibt es eine gute Nachricht: Der Aufruf des SoVD-Vorsitzenden zeigte Wirkung bei der Gifhorner Wohnungsbau- und Betreuungs-GmbH, die Eigentümer der Immobilie ist. Im März zieht ein neuer Lebensmittelmarkt in die ehemalige Penny-Filiale ein.

In beiden Wohngegenden leben viele ältere Menschen, dazu betreibt die Lebenshilfe Gifhorn in der Bäckerstraße eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Kabrodt hatte darauf hingewiesen, dass Senioren und Menschen mit Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nicht mal einfach so mit dem Auto zum nächsten Supermarkt zum Einkaufen fahren können.

„Wir freuen uns deshalb, dass wir dazu beitragen konnten, dass den Bewohnern dieses Stadtviertels eine wohnungsnahe Versorgungsmöglichkeit geboten wird, die fußläufig zu erreichen ist, “ so Kabrodt, „ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität von Senioren und Menschen mit Behinderung.“