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Menschen mit Behinderung nicht länger ausschließen

Hannover. Über sechs Millionen Niedersachsen durften bei der Landtagswahl 2017 ihre Stimme abgeben. Menschen mit einer Behinderung, die dauerhaft voll betreut werden, waren nicht darunter – sie dürfen nicht wählen. Dass muss sich dringend ändern, findet der SoVD – und wird seine Position dazu in der Anhörung im niedersächsischen Landtag deutlich machen.

Die Diskussionen zu dem Thema ziehen sich schon lange hin. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die den Gesetzgeber verpflichtet, die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung sicherzustellen, ist schon vor fast zehn Jahren in Kraft getreten. Trotzdem ist bislang nichts passiert. Immerhin hat das Thema Eingang in den niedersächsischen Koalitionsvertrag gefunden. Einen entsprechenden Antrag haben Bündnis 90/Die Grünen bereits eingebracht. Auch der SoVD wird an der Anhörung teilnehmen. Befürworter des Wahlausschlusses argumentieren, dass viele Betroffene aufgrund ihrer Behinderung nicht selbst entscheiden können und die Gefahr der Manipulation bestünde.

„Diese Argumente sind nicht haltbar. Es kann überhaupt nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jemand nicht in der Lage ist, seine Stimme abzugeben, nur, weil er voll betreut wird“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer. Die gegenwärtige Rechtslage führe dazu, dass etwa 10.000 Menschen von einem demokratischen Prozess ausgeschlossen seien. „Die Betroffenen werden diskriminiert, weil sie behindert sind. Das muss sich ändern“, fordert Bauer weiter. Die Chance dazu gebe es jetzt. „Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben den pauschalen Ausschluss schon abgeschafft. Jetzt ist Niedersachsen dran“, so der SoVD-Chef.

100 Jahre - SoVD in Niedersachsen ist "Verband des Jahres"

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ist von der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) als Verband des Jahres 2018 ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Interessenvertretung und Kommunikation“ gewann der größte Sozialverband des Landes den Preis für seine Kampagne „100 Jahre SoVD. 100 Jahre Solidarität. Ein Blick zurück. Und zwei nach vorne.“.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums hat der SoVD eine umfangreiche Kampagne gestartet: Er entwickelte eine Wanderausstellung, die die spannende Geschichte des Verbandes beleuchtet, aber auch Einblicke in die Zukunft gibt. Nach der Eröffnung in Hannover wurde die Ausstellung in ganz Deutschland gezeigt. Begleitet wurde sie von zahlreichen Veranstaltungen in den mehr als 1.000 Orts- und 43 Kreisverbänden des niedersächsischen SoVD. Egal, ob 50 oder 2.000 Mitglieder: Der SoVD beging sein Jubiläum mit Familienfesten, Ausstellungseröffnungen, Festakten und Podiumsdiskussionen. Als exzellent bezeichnete die DGVM-Jury außerdem die Kommunikation zum Jubiläum: Auf Facebook erzählte der Verband persönliche Geschichten, auf Twitter startete er seine Aktion „100 Jahre in 100 Tagen“ und erzählte die komplette SoVD-Historie in täglich 140 Zeichen Jahr für Jahr. Zusätzlich hat der SoVD die Tweets als Broschüre veröffentlicht. Natürlich wurden auch herkömmliche Kommunikationskanäle wie die Internetseite und die Mitgliederzeitung genutzt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir von der DGVM als Verband des Jahres ausgezeichnet wurden. Das zeigt, dass wir es schaffen, Tradition und Moderne exzellent zu verbinden. Wir haben die Zukunft fest im Blick, ohne unsere Vergangenheit aus den Augen zu verlieren“, sagt SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke. Besonders stolz sei er darauf, dass alle Ideen und die Umsetzung direkt aus dem Verband gekommen seien.

Die DGVM verleiht die Auszeichnung seit 1997 an Verbände für herausragende Leistungen im Verbandsmanagement. Der Preis steht für Leistungen, die sich vom Durchschnitt deutlich abheben und Verbänden Beispiel sein können, neue Wege zu gehen.

Barmer treibt Versicherten in finanzielle Notlage

Gifhorn. Helmut von Nordheim aus Tülau ist seit Juni 2016 in Rente. Nach über 35 Jahren im Arbeitsleben hat er sich den Ruhestand auch redlich verdient. Doch anstatt nun seinen Lebensabend genießen und seinen Hobbies nachgehen zu können, muss er nun um seinen Lebensstandard bangen. Schuld daran ist die Geschäftsstelle der Barmer Krankenkasse in Gifhorn. Die hat es seit 2016 nicht geschafft, der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zu melden, dass Herr von Nordheim die Voraussetzungen für die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner nicht erfüllt hat. Dieses Fehlverhalten führte zu einer unkorrekten Berechnung seiner Rente und der von ihm zu leistenden Beiträge zur Krankenkasse. Durch einen Zufall kam dieser Fehler der Krankenkasse nun ans Licht und jetzt fordert die Barmer insgesamt 3.748,- Euro von Herrn von Nordheim zurück.

„Ich habe bei meinem Rentenantrag seinerzeit alle geforderten Angaben gemacht und alle notwendigen Unterlagen eingereicht. Alles nach bestem Wissen und Gewissen, und nichts verschwiegen. Ich habe mich darauf verlassen, dass die Spezialisten der Barmer sich auskennen und in der Lage sind, den korrekten Beitrag zu ermitteln “, so von Nordheim, „Jetzt soll ich in monatlichen Raten jeweils 400 Euro zurückzahlen. Dazu kommt, dass nach der Neuberechnung meine Rente um ca. 200 Euro gesunken ist. Mir fehlen also auf einmal 600 Euro im Portemonnaie, das ist ein herber finanzieller Verlust, den ich kaum stemmen kann“.

In seiner Not wandte sich von Nordheim an den Sozialverband Deutschland (SoVD) und bat um Hilfe. Christine Scholz, Sozialberaterin des SoVD Kreisverband Gifhorn ist entsetzt über die rigorose Vorgehensweise der Barmer. „Das ist mal wieder ein typisches Beispiel für die soziale Inkompetenz der Krankenkasse. Statt sich für den selbstverursachten Fehler zu entschuldigen und gemeinsam mit dem Versicherten über mögliche Lösungen zu sprechen, wird kurzerhand eine Rückzahlungsaufforderung versendet, die Herrn von Nordheim finanziell schwer belastet“.

Von Nordheim weiß, dass er nach aktueller Rechtslage nicht um eine Rückzahlung herum kommt. Er hofft aber auf Kulanz und hat mit Hilfe des SoVD ein Schreiben an die Barmer geschickt, mit der Bitte, die monatliche Rückzahlung so zu gestalten, dass der Rentner nicht in eine finanzielle Notlage gerät. Bei gutem Willen sollte das möglich sein, denn die Barmer konnte übrigens laut Geschäftsbericht 2016 einen Überschuss in Höhe von 64 Millionen Euro erwirtschaften.   

Mitglieder des SoVD haben die Möglichkeit sich bei Fragen zur Rente in der Sozialberatungsstelle des SoVD in der Michael-Clare Straße 6 in Gifhorn beraten zu lassen. Terminvereinbarung unter der Rufnummer 05371-3685.

SoVD kritisiert Schließung von Sparkassen Zweigstellen

Gifhorn. Die Schließung der Sparkassen-Filialen in Knesebeck und Groß Oesingen führt zu Empörung bei Heinz-Ulrich Kabrodt, 1.Vorsitzender des SoVD Kreisverbandes Gifhorn. Er beanstandet die damit verbundene klare Benachteiligung der Bewohner des ländlichen Raumes sowie die Ausgrenzung von Senioren und Menschen mit Behinderung. Sie müssen ihre Geldgeschäfte wie Bargeldabhebung, Kontoauszüge und Überweisungen am Automaten erledigen, bei beratungsintensiven Banktransaktionen sogar in die nächste Stadt mit Filiale fahren. „Haben Herr Döpkens, der als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg die Schließung maßgeblich voran getrieben hat oder Landrat Dr. Ebel, der die Schließung befürwortet, schon mal darüber nachgedacht, wie ein Mensch mit Sehbehinderung und Senioren, die mit SB-Automaten Schwierigkeiten haben, ohne fremde Hilfe an Bargeld kommen können?“, fragt Kabrodt.

Auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN) sieht SB-Automaten kritisch. Für Blinde und Sehbehinderte sind Geldautomaten noch immer mehr Ärgernis als Nutzen, wenn diese nicht den Anforderungen an die Barrierefreiheit von Bankautomaten entsprechen. Jochen Bartling, Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Blindenverbandes: „Bankmitarbeiter, die man fragen kann, sind natürlich gerade bei nicht so selbstständigen Personen eine wichtige Sicherheit. Gerade bei nicht so mobilen Personen ist die Beschwerde über längere Anreisen bis zur nächsten Filiale als Einschnitt in die Selbstständigkeit sehr verständlich“.

Die Sparkasse bietet den älteren Kunden an, Geld ins Haus zu bringen und Hilfe beim Ausfüllen von Überweisungsträgern zu leisten. „Das ist zwar gut gemeint aber kein Ersatz“, weiß Kabrodt, „viele ältere Menschen haben nicht gerne fremde Personen in ihrer Wohnung, schon gar nicht, wenn sie keinen Partner mehr haben“.

Träger der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg ist der Sparkassenzweckverband Gifhorn-Wolfsburg, daran ist der Landkreis Gifhorn zu 60 % und die Stadt Wolfsburg zu 40 % beteiligt. „Das heißt im Klartext, dass Landkreis und Stadt, die ja eigentlich dem Wohl der Bürger gegenüber verpflichtet sind, für die Gewinnmaximierung der Sparkasse die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger einfach ignorieren“, schimpft Kabrodt, der als amtierender Bürgermeister von Knesebeck die Sorgen und Nöte der Bewohner bestens kennt und die Ausdünnung der Infrastruktur im ländlichen Raum stoppen will, und ergänzt: „Wir vom SoVD setzen uns ein für die Beendigung der Ausgrenzung von Senioren und Menschen mit Behinderung und fordern die Umsetzung von Inklusion und Teilhabe“.

Neues Pflegetagebuch hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen

Gifhorn. Wer Pflege benötigt, steht plötzlich vor einer Herausforderung: Was erwartet mich bei der Pflegebegutachtung und wie ermittle ich meinen Pflegebedarf? Bisher konnten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen den notwendigen Bedarf mithilfe eines Tagebuchs dokumentieren. Doch inzwischen hat sich die Gesetzeslage deutlich verändert. Der Sozialverband SoVD hat nun ein neues Format veröffentlicht, das den Stand der Gesetzgebung von 2017 berücksichtigt.

„Unser neues Pflegetagebuch hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen dabei, sich auf die Begutachtung Ihrer Pflegebedürftigkeit besser vorzubereiten. Dies ist mitentscheidend, um am Ende auch die Leistungen zu erhalten, die einem zustehen“, erklärt Adolf Bauer, der Präsident des Sozialverband SoVD.

Bei Begutachtungen der Pflegebedürftigkeit prüft die Pflegekasse nicht selbst. Sie gibt den Auftrag weiter an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder an unabhängige Gutachter, die den Hilfebedarf anhand eines Fragenkatalogs ermitteln. „Es ist wichtig, sich rechtzeitig mit der eigenen Pflegesituation und der Pflegebegutachtung auseinander zu setzen. Mit Hilfe des Pflegetagebuchs können die Betroffenen den Gutachtern ihre Situation ausführlich beschreiben und ihren Bedarf verdeutlichen“, sagt Florian Schönberg, der Pflegeexperte des SoVD. 

Das neue Pflegetagebuch des SoVD steht zum Download unter sovd.de/pflegetagebuch bereit. Zudem kann man die Publikation beim SoVD bestellen. Der Ratgeber ist kostenfrei. Bitte senden Sie Ihre Bestellung an:

Sozialverband Deutschland e. V. - Abteilung PAD - Stralauer Straße 63, 10179 Berlin

Der Bestellung bitte einen mit 1,00 Euro frankierten und mit Postanschrift versehenen Briefumschlag (DIN A4 oder A5) beilegen.

Mitglieder des SoVD haben natürlich auch die Möglichkeit sich in Fragen der Pflegeversicherung persönlich in der Sozialberatungsstelle des SoVD in der Michael-Clare Straße 6 in Gifhorn beraten zu lassen. Terminvereinbarung unter der Rufnummer 05371-3685. 

SoVD-Tipp: Krankenkasse muss innerhalb von drei Wochen über Antrag entscheiden

Gifhorn. Drei Wochen haben Krankenkassen Zeit, um über die Anträge auf Gesundheitsleistungen ihrer Mitglieder zu entscheiden. Der Fall von Hermann K. aus der Beratung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Gifhorn zeigt, dass es dabei aber noch immer Probleme gibt, obwohl das Bundessozialgericht jetzt erneut diese Frist in einem Urteil bestätigt hat.

Hermann K. leidet an Multipler Sklerose und kann seit seinem letzten Schub kaum noch laufen. Deshalb hat sein Arzt ihm einem Rollstuhl verschrieben. Den hat das SoVD-Mitglied daraufhin bei seiner Krankenkasse beantragt. Allerdings hat er seit fast drei Wochen nichts mehr von seinem Sachbearbeiter gehört. Verunsichert wendet er sich an Christine Scholz, die das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn leitet. Denn: Krankenkassen haben drei Wochen Zeit, um auf einen Antrag zu reagieren. Wenn ein Gutachten nötig ist, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen. „Sollte die Krankenkasse in diesem Zeitraum nicht reagieren oder mitteilen, warum sich eine Bearbeitung verzögert, gilt der Antrag automatisch als genehmigt“, erläutert Scholz. In dem Fall von Hermann K. würde das bedeuten, dass er den Rollstuhl in einem Sanitätshaus bestellen darf und die Krankenkasse die Kosten im Anschluss übernehmen muss.

„Wir können den Betroffenen, bei denen sich die Krankenkasse mehr Zeit lässt, als es die Frist erlaubt, nur raten, zu uns in die Beratung zu kommen“, so Scholz. „Wir können uns den Sachverhalt dann nochmal ganz genau anschauen und dem Betroffenen Tipps geben, wie er sich weiter verhalten soll.“ Das SoVD-Beratungszentrum Gifhorn finden Sie in der Michael-Clare Straße 6, Telefon 05371 – 3685 oder per E-Mail: info(at)sovd-gifhorn.de

 

Herz-Selbsthilfegruppe Gifhorn sichert sich SoVD-Beratung für seine Mitglieder

Gifhorn. Die Gifhorner Herz-Selbsthilfegruppe hat sich die kompetente und persönliche Beratung von Niedersachsens größtem Sozialverband SoVD gesichert. Ab 01.01.2018 können sich die 40 Mitglieder der Gruppe bei Vorlage ihrer Mitgliedsbescheinigung im SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn rund um die Themen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit, Hartz IV und Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht kostenlos beraten lassen.

Die Herz-Selbsthilfegruppe Gifhorn trifft sich monatlich zu Gesprächen um Erfahrungen über das Leben mit Herzerkrankungen auszutauschen „Die Mitgliedschaft im SoVD ist eine äußerst preiswerte Möglichkeit sich sach- und fachkundig zum Sozialrecht beraten zu lassen. Viele unserer Mitglieder haben Probleme, wenn es zum Beispiel um die Beantragung von Pflegeleistungen geht. Manchmal sind die Antragsformulare so schwer verständlich, dass man da alleine kaum zurechtkommt. Deshalb ist es gut, einen kompetenten Partner an seiner Seite zu haben“, erläutert Dietmar Wagner, Ansprechpartner der Selbsthilfegruppe die Gründe für den Beitritt zum SoVD.

Christine Scholz, Leiterin des Gifhorner SoVD Beratungszentrum, ergänzt: „Die Mitglieder der Herz-Selbsthilfegruppe sind infolge ihrer Erkrankung gesundheitlich schon stark belastet. Sich im Behördendschungel zurecht zu finden fordert zusätzlich. Hier können wir entlasten und helfen, denn die Beratung in allen sozial-rechtlichen Fragen ist eine unserer Kernaufgaben“.   

Die Mitgliedschaft im SoVD für juristische Personen wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen, aber auch Unternehmen und Organisationen ist erst seit Kurzem möglich. Informationen zu dieser besonderen Art der Mitgliedschaft erhalten Interessierte im SoVD Beratungszentrum in Gifhorn in der Michael-Clare 6 oder telefonisch unter der Rufnummer 05371-3685. 

Schweiger und Stich gewinnen Inklusionspreis des SoVD

Hannover. Vorbildlich inklusiv: Unter dem Motto „all inclusive – so muss Niedersachsen sein“ hat der Sozialverband SoVD in Niedersachsen zum dritten Mal seinen Inklusionspreis verliehen – diesmal mit prominenter Unterstützung. Schauspieler Til Schweiger und Ex-Tennisspieler Michael Stich gewannen den neuen VIP-Preis. Gewinnerin in der Kategorie Ehrenamt ist die Braunschweigerin Regina Schultz für ein inklusives Museumsprojekt, Platz 1 im Bereich Medien belegen Insa Hagemann und Rebecca Erken für eine Portrait-Reihe zur Inklusion in der Arbeitswelt.

Im Rahmen seines Netzwerktreffs SoVD-Lounge und vor 150 geladenen Gästen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Medien zeichnete der Verband gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil und Sozialministerin Cornelia Rundt vorbildliches Arbeiten auf dem Weg zu einem inklusiven Niedersachsen aus. Zahlreiche Einsendungen waren von zwei hochkarätig gesetzten Jurys bewertet worden. „Es waren so viele so gute Einsendungen, wir hätten gerne viel mehr Preise vergeben“, bedauert SoVD-Landesvorsitzender Adolf Bauer.

Schweiger wurde für seinen Einsatz im Bereich Geflüchtete ausgezeichnet. Der Schauspieler, Produzent und Drehbuch-Autor wollte zunächst in Osterode eine Flüchtlingsunterkunft aufbauen. Das ließ sich leider nicht realisieren. In Osnabrück entsteht inzwischen ein Kinderbetreuungszentrum. Dabei hat die Til Schweiger-Stiftung (unterstützt von Rita Süßmuth, Sigmar Gabriel, Jan Josef Liefers, Thomas D, Joachim Löw und anderen) sehr geholfen.

Wimbledon-Sieger Stich engagiert sich ebenfalls in seiner eigenen Stiftung für HIV-betroffene und an AIDS erkrankte Kinder. Seine Stiftung gründete er bereits 1994 während seiner aktiven Zeit als Tennisprofi und war damals der jüngste Stifter Deutschlands. Neben der Direkthilfe für betroffene Kinder und ihre Familien gehören Prävention und Aufklärung zu den wichtigsten Aufgaben der Michael Stich Stiftung.

Im Bereich Ehrenamt folgt auf dem zweiten Platz der Verein Rolling Chairs Isernhagen, Bronze geht an die „Stoppelhopser“, ein Projekt der Reit- und Fahrgemeinschaft Auetal. NDR-Autorin Antje Schmidt lande mit ihrem „Hallo Niedersachsen“-Beitrag auf Platz 2, die Bento-Reportage „Dennis muss sterben“ von Frauke Lüpke-Naberhaus belegt Platz 3.

SoVD macht mit „Schwarzbuch sozial“ wieder Ungerechtigkeiten öffentlich

Hannover/Gifhorn. „Schwarzbuch sozial“ Nr. 2: Auch 2017 bringt der Sozialverband SoVD in Niedersachsen die hanebüchensten Ungerechtigkeiten aus seinem Beratungsalltag ans Licht. Da drängen Krankenkassen Versicherte zur Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses, um kein Krankengeld zahlen zu müssen, Klinken verweigern Behandlungen, die DRV treibt junge Familien in den Ruin. Im bundesweit erscheinenden Schwarzbuch 2017 sind auch drei Fälle aus dem Landkreis Gifhorn beschrieben, bei denen mit Hilfe der SoVD-Fachberater des Kreisverbandes Gifhorn gegen negative Bescheide erfolgreich Einsprüche geltend gemacht werden konnten.

Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe; dass das vor allem für Menschen zum Problem wird, denen es nicht gut geht, zieht sich wie ein roter Faden durch die 2017er Auflage des „Schwarzbuchs sozial“. „Wir stellen immer häufiger fest, dass für Kranken oder Pflegekassen nicht die Interessen der Mitglieder im Vordergrund stehen sondern deren wirtschaftliche Interessen“, kritisiert die Leiterin der Gifhorner Sozialberatungsstelle Christine Scholz. Oft werde systematisch auf Zeit gespielt. „Im Schwarzbuch finden Sie die schlimmsten Fälle. Wir sind froh, dass wir Mitglieder gefunden haben, die ihre Geschichte veröffentlichen lassen möchten. So können wir noch deutlicher auf die Missstände hinweisen“, betont die erfahrene Sozialberaterin.

Dass es den Gifhornern in vielen Bereichen nicht gut geht, machte Scholz auch anhand verschiedener Zahlen deutlich: „Viele Menschen können bestimmte Dinge nicht mehr alleine. Sie brauchen Beratung und kommen deshalb zu uns.“ Dies zeige zum Beispiel der Anstieg an Mitgliedern im Kreisverband Gifhorn. Am 31. Oktober 2017 waren es fast 7.352 Mitglieder – ein Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für seine Mitglieder hat der SoVD durch Widersprüche und Klagen auch 2017 hohe Summen erstritten. Das waren mehr als 350.000 Euro an einmaligen und mehr als 137.000 Euro an laufenden Zahlungen. Überhaupt nehme die Anzahl der Anträge und Widersprüche im Bereich des Sozialrechts konstant zu. Ende des Jahres werden die Anträge in 2017 bei 642 liegen, während es 2016 525 waren. Auch die Widersprüche stiegen von 250 in 2016 auf 252 bis zum Ende 2017.