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SoVD-Tipp: Neuer Freibetrag bei Grundsicherung

Gifhorn. Wenn die Rente zum Leben nicht reicht, können Betroffene zur Aufstockung Grundsicherung beantragen. Bislang wurden zusätzliche Einkünfte – zum Beispiel aus einer Riester-Rente – voll auf die Grundsicherung angerechnet. Im Bereich der Betriebs-, Riester- und Rürup-Renten hat sich das nun geändert: Betroffene dürfen bis zu 100 Euro monatlich behalten.

Für Geringverdiener ist die private Vorsorge oft sehr schwierig – sie können sie sich einfach nicht leisten. Wer es dennoch geschafft hat, fünf Euro für eine Riester-Rente beiseite zu legen, bekam spätestens dann Probleme, wenn er im Alter auf Grundsicherung anwiesen war. Denn: Die Zahlungen aus Riester-, Rürup- oder auch aus Betriebsrenten wurden voll auf die Grundsicherung angerechnet. „Wer also zum Beispiel 60 Euro aus seinem Riester-Vertrag bekam, dem wurde die Grundsicherung auch um 60 Euro gekürzt“, erläutert Christine Scholz, Sozialberaterin. Sie arbeitet im Beratungszentrum des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in Gifhorn und steht Ratsuchenden bei Fragen zum Thema Rente zur Seite.

Seit Kurzem gibt es allerdings in dem Bereich eine Änderung. „Wer eine niedrige Rente erhält und Grundsicherung beantragt, darf jetzt bis zu 100 Euro von seiner Zusatzrente behalten“, so Scholz weiter. Das gelte übrigens auch für Beiträge, die freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden.

Die SoVD-Beraterin hat noch einen Tipp: „Wenn bereits eine private Rente gezahlt wird, sollte man sich zur Sicherheit nochmal beim Grundsicherungs- oder Sozialamt melden, damit der Freibetrag auch wirklich berücksichtigt wird.“ Das gelte insbesondere für die freiwilligen Leistungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. „Wer sich nicht sicher ist, ob sein Bescheid korrekt ist, sollte auf alle Fälle mal einen Fachmann draufschauen lassen“, rät Scholz. Das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn erreichen Sie unter Tel. 05371-3685 oder per E-Mail info(at)sovd-gifhorn.de. 

Unkompliziert Fragen zu Rente, Pflege & Co. stellen: SoVD berät über WhatsApp

Hannover. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen erweitert sein Beratungsangebot: Am 26. Juni startet Niedersachsens größter Sozialverband seine WhatsApp-Sprechstunde. Von 17 bis 18 Uhr beantworten Sozialberater Fragen rund um die Themen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit, Hartz IV sowie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Sie haben nur mal eine kurze Frage und wollen dafür nicht extra ins SoVD-Beratungszentrum gehen? Dann nutzen Sie die WhatsApp-Sprechstunde unter dem Motto #FragdenSoVD. Das geht ganz einfach: Fügen Sie die Nummer 0176/26399200 zu Ihren Kontakten hinzu, und stellen Sie Ihre Frage über WhatsApp.

„WhatsApp gehört mittlerweile zum Alltag vieler Menschen und ermöglicht es, unkompliziert mit uns in Kontakt zu treten“, erläutert SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke. Man wolle damit ein Angebot schaffen, das auch von mobilitätseingeschränkten Menschen ohne viel Aufwand in Anspruch genommen werden kann und eine kurzfristige Beantwortung von sozialrechtlichen Fragen ermöglicht.

Die erste WhatsApp-Sprechstunde findet am 26. Juni statt, weitere Termine folgen am 17. Juli und 14. August jeweils von 17 bis 18 Uhr.

SoVD-Tipp: Keine Verordnung für Pflegehilfsmittel mehr nötig

Gifhorn. Lagerungshilfen, Hausnotruf-Systeme oder Duschstühle – die Kosten für solche sogenannten Pflegehilfsmittel kann die Pflegekasse übernehmen. Bislang war dafür in vielen Fällen eine ärztliche Verordnung notwendig. Mit der Pflegereform hat sich das geändert: Empfiehlt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) jetzt ein solches Hilfsmittel in seinem Gutachten, gilt das bereits als Antrag bei der Pflegekasse.

Stellt der MDK bei seiner Begutachtung einen Pflegegrad fest, zahlt die Pflegekasse entsprechende Hilfsmittel. Sie sollen dafür sorgen, dass der Betroffene möglichst selbstständig sein Leben führen kann, und eventuelle Beschwerden lindern. Das können zum Beispiel Pflegebetten, Waschsysteme oder Pflegezubehör wie Bettgalgen oder Betttische sein.

„Bislang mussten die Hilfsmittel immer zusätzlich von einem Arzt verordnet werden – auch wenn der MDK sie empfohlen hat. Das bedeutete für die Betroffenen immer einen erheblichen Aufwand“, sagt Christine Scholz, Sozialberaterin aus dem SoVD-Beratungszentrum Gifhorn. „Diesen Schritt müssen sie jetzt nicht mehr machen. Wenn der MDK eine Empfehlung für ein Hilfsmittel ausspricht, gilt das automatisch als Antrag bei der Pflegekasse.“ Empfiehlt der MDK ein Hilfsmittel, muss er das im Gutachten vermerken und entsprechend konkretisieren. Es gibt aber auch Hilfsmittel, bei denen das MDK-Gutachten nicht automatisch als Antrag gewertet werden kann: „Dazu zählen etwa Orthesen oder auch Seh- und Hörhilfen. Sie müssen weiterhin von einem Arzt verordnet werden. Die Kosten trägt dann die Krankenkasse.“

Übrigens: Erwachsene müssen zehn Prozent je Hilfsmittel zuzahlen, jedoch nicht mehr als 25 Euro. Geht es um Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, gibt es Ausnahmen – mehr als 40 Euro monatlich übernimmt die Kasse aber nicht. „Genau wie bei Medikamenten kann man sich aber auch bei Hilfsmitteln von der Zuzahlung befreien lassen, wenn eine bestimmte Belastungsgrenze erreicht ist. Dazu sollte man sich aber am besten individuell beraten lassen“, empfiehlt Scholz.

Das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn erreichen Sie unter Telefonnummer 05371-3685 oder E-Mail: info@sovd-gifhorn.de.

Informationsstand des SoVD beim Tag der Senioren

Gifhorn. Beim „Tag der Senioren“ am 26.05.2018 in der Gifhorner Fußgängerzone informierte der SoVD-Kreisverband an seinem Informationsstand zahlreiche Passanten über die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ Ziel der Aktion, initiiert vom SoVD Landesverband Niedersachsen und dem Forum Artikel 30, ist für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe zu sorgen. Die Veranstaltung bot dafür einen exzellenten Rahmen, denn sommerliches Wetter und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm lockte viele Besucher. Neben dem SoVD waren weitere 30 sozial engagierte Institutionen und Vereine mit Ständen in der Fußgängerzone Gifhorn präsent gewesen.

„Der Tag der Senioren findet bereits zum 20.Mal statt“, sagte der SoVD Mitglied Henning Zapf, der den SoVD Stand betreute, „die etablierte Veranstaltung ist ein Besuchermagnet. Das war für uns die ideale Ausgangslage, um die Kampagne einem breitem Publikum vorstellen zu können“. Unterstützt wurde Zapf von SoVD Mitglied Jürgen Höft und dem 2.Kreisverbandsvorsitzenden Lutz Lau.

Auch Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich sowie die Vorsitzende des Gifhorner Seniorenbeirats Elke Wiegmann besuchten den SoVD und informierten sich direkt vor Ort über die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ Beide zeigten sich erfreut, dass der SoVD die Themen Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in den Fokus der Öffentlichkeit bringt. 

Für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in Niedersachsen SoVD und Forum Artikel 30 starten Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“

Hannover. Mit einer Auftaktveranstaltung auf dem hannoverschen Kröpcke haben der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen und das Forum Artikel 30 ihre gemeinsame Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ gestartet. Damit setzten sie ein klares Zeichen für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe. Dass es bei den Themen tatsächlich „fünf vor zwölf“ ist, machten Betroffene deutlich: In der Diskussionsrunde forderten sie, dass es gerade im Bereich der schulischen Inklusion dringend bessere personelle und finanzielle Unterstützung geben müsse.

„Uns ist die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen sehr wichtig. Dass die Große Koalition jetzt ausgerechnet im Bildungsbereich die Schließung der Förderschulen hinauszögert, ist ein großer Rückschritt“, kritisierte der stellvertretende SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt in seiner Rede. Damit entstehe der Eindruck, Inklusion sei auf der Prioritäten-Liste ganz nach hinten gerückt. „Wir müssen gegen die Barrieren in den Köpfen kämpfen. Da ist so eine Entscheidung genau das falsche Signal“, so Sackarendt. Deshalb sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“, die pünktlich zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung startet.

„Mit dem Forum Artikel 30 gehen wir in Sachen Inklusion in Niedersachsen für Deutschland voran, dies erwarten wir auch von der Politik“, sagte Karl Finke, Sprecher des Forum Artikel 30. Mit Blick auf das aktuelle politische Geschehen betonte er die Bedeutung der Kampagne: „In Zeiten, in denen politische Parteien die Uhren zurückdrehen wollen und menschenverachtende Anfragen im Deutschen Bundestag stellen, erscheint die Notwendigkeit unserer Kampagne größer denn je. Es gilt, die Gesellschaft für heute und morgen zu schaffen!“

Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mareike Wulf und die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Sylvia Bruns räumten dringenden Handlungsbedarf ein, man habe viel Zeit verstreichen lassen. Wulf machte deutlich, dass der politische Prozess eingeleitet worden sei. Entsprechende Maßnahmen sollen auf den Weg gebracht werden.

Nach dem Auftakt in Hannover tourt die Kampagne durch ganz Niedersachsen. Mehr dazu finden Sie unter www.ich-werde-behindert.de/nds

Über das Forum Artikel 30:

Das Forum Artikel 30 will mehr Menschen mit Behinderungen an Kultur, Freizeit und Sport beteiligen – durch Vernetzung, Abbau von Barrieren und gesellschaftliche Partizipation aller. Dem Bündnis gehören an: Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. (Gesamtkoordinator), Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen e.V., Special Olympics Deutschland in Niedersachsen e. V., Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V., Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. Landesvertretung Niedersachsen sowie die Ada und Theodor Lessing-Volkshochschule Hannover mit ihrem Programmbereich für Inklusion und Zielgruppenarbeit.

SoVD fordert Anpassung der Wohnraumzuschüsse im Landkreis Gifhorn für Menschen mit Behinderung

 

Gifhorn/Wittingen. Barrierefreies Wohnen ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben als Mensch mit Behinderung. Das geht allerdings nur, wenn die Betroffenen auch die erforderlichen finanziellen Mittel erhalten, die sich am real existierenden offenen Wohnungsmarkt des Landkreises orientieren. Beim Landkreis Gifhorn, Fachdienst Soziales, ist dieser Fakt anscheinend jedoch noch nicht angekommen. Die Auswirkungen dieser sozialen Ungerechtigkeit hat Frau Anke Wiegand (52) aus Wittingen zu tragen.

Sie ist schwerbehindert, außergewöhnlich gehbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen. Ihre knappe Erwerbsunfähigkeitsrente muss sie mit Sozialhilfe aufstocken, um über die Runden zu kommen. Seit Herbst 2017 sucht Anke Wiegand eine barrierefreie Wohnung im Umkreis Wittingen, bisher allerdings erfolglos. „Mir stehen laut Sozialamt 60 qm mit maximal 403,- Kaltmiete monatlich zu. Eine Rollstuhl gerechte Wohnung ist für diesen Betrag im Landkreis Gifhorn aber nicht zu kriegen“, berichtet Wiegand von ihren negativen Erfahrungen bei der Wohnungssuche.

Dazu Christine Scholz, Sozialberaterin des Sozialverband Deutschland (SoVD) Kreisverband Gifhorn: „Die Höhe der gewährten staatlichen Unterstützung für Wohnraum entspricht nicht den realen Bedingungen, die hier in unserer Struktur-, wirtschafts- und einkommensstarken Region marktüblich gezahlt werden. Das führt dazu, dass sozial benachteiligte Menschen dadurch noch mehr ausgegrenzt werden, weil sie im Wettbewerb mit anderen Wohnungsbewerbern finanziell nicht mithalten können“. Der SoVD, Partner im niedersächsischen „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“, eine Initiative des Umwelt- und Bauministers Olaf Lies, fordert die Verantwortlichen im Landkreis Gifhorn auf, der Ausgrenzung und Diskriminierung von sozial benachteiligten Menschen entgegenzutreten und für Chancengleichheit der Betroffenen zu sorgen. „Die Zuschüsse für Wohnraum müssen an die regionalen Verhältnisse angepasst werden“, fordert Scholz.

Anke Wiegand hofft darauf, bis September 2018 doch noch eine bezahlbare und Rollstuhl gerechte Bleibe in Wittingen oder näherer Umgebung zu finden. „Wenn das Sozialamt weiterhin hart bleibt, muss ich in eine Obdachlosenunterkunft“, sagt sie mit bedrückter Stimme, „aber vielleicht liest ja ein möglicher Vermieter diesen Artikel und entdeckt sein Herz für Menschen mit Behinderung“. 

Menschen mit Behinderung nicht länger ausschließen

Hannover. Über sechs Millionen Niedersachsen durften bei der Landtagswahl 2017 ihre Stimme abgeben. Menschen mit einer Behinderung, die dauerhaft voll betreut werden, waren nicht darunter – sie dürfen nicht wählen. Dass muss sich dringend ändern, findet der SoVD – und wird seine Position dazu in der Anhörung im niedersächsischen Landtag deutlich machen.

Die Diskussionen zu dem Thema ziehen sich schon lange hin. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die den Gesetzgeber verpflichtet, die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung sicherzustellen, ist schon vor fast zehn Jahren in Kraft getreten. Trotzdem ist bislang nichts passiert. Immerhin hat das Thema Eingang in den niedersächsischen Koalitionsvertrag gefunden. Einen entsprechenden Antrag haben Bündnis 90/Die Grünen bereits eingebracht. Auch der SoVD wird an der Anhörung teilnehmen. Befürworter des Wahlausschlusses argumentieren, dass viele Betroffene aufgrund ihrer Behinderung nicht selbst entscheiden können und die Gefahr der Manipulation bestünde.

„Diese Argumente sind nicht haltbar. Es kann überhaupt nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jemand nicht in der Lage ist, seine Stimme abzugeben, nur, weil er voll betreut wird“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer. Die gegenwärtige Rechtslage führe dazu, dass etwa 10.000 Menschen von einem demokratischen Prozess ausgeschlossen seien. „Die Betroffenen werden diskriminiert, weil sie behindert sind. Das muss sich ändern“, fordert Bauer weiter. Die Chance dazu gebe es jetzt. „Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben den pauschalen Ausschluss schon abgeschafft. Jetzt ist Niedersachsen dran“, so der SoVD-Chef.

100 Jahre - SoVD in Niedersachsen ist "Verband des Jahres"

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ist von der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) als Verband des Jahres 2018 ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Interessenvertretung und Kommunikation“ gewann der größte Sozialverband des Landes den Preis für seine Kampagne „100 Jahre SoVD. 100 Jahre Solidarität. Ein Blick zurück. Und zwei nach vorne.“.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums hat der SoVD eine umfangreiche Kampagne gestartet: Er entwickelte eine Wanderausstellung, die die spannende Geschichte des Verbandes beleuchtet, aber auch Einblicke in die Zukunft gibt. Nach der Eröffnung in Hannover wurde die Ausstellung in ganz Deutschland gezeigt. Begleitet wurde sie von zahlreichen Veranstaltungen in den mehr als 1.000 Orts- und 43 Kreisverbänden des niedersächsischen SoVD. Egal, ob 50 oder 2.000 Mitglieder: Der SoVD beging sein Jubiläum mit Familienfesten, Ausstellungseröffnungen, Festakten und Podiumsdiskussionen. Als exzellent bezeichnete die DGVM-Jury außerdem die Kommunikation zum Jubiläum: Auf Facebook erzählte der Verband persönliche Geschichten, auf Twitter startete er seine Aktion „100 Jahre in 100 Tagen“ und erzählte die komplette SoVD-Historie in täglich 140 Zeichen Jahr für Jahr. Zusätzlich hat der SoVD die Tweets als Broschüre veröffentlicht. Natürlich wurden auch herkömmliche Kommunikationskanäle wie die Internetseite und die Mitgliederzeitung genutzt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir von der DGVM als Verband des Jahres ausgezeichnet wurden. Das zeigt, dass wir es schaffen, Tradition und Moderne exzellent zu verbinden. Wir haben die Zukunft fest im Blick, ohne unsere Vergangenheit aus den Augen zu verlieren“, sagt SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke. Besonders stolz sei er darauf, dass alle Ideen und die Umsetzung direkt aus dem Verband gekommen seien.

Die DGVM verleiht die Auszeichnung seit 1997 an Verbände für herausragende Leistungen im Verbandsmanagement. Der Preis steht für Leistungen, die sich vom Durchschnitt deutlich abheben und Verbänden Beispiel sein können, neue Wege zu gehen.

Barmer treibt Versicherten in finanzielle Notlage

Gifhorn. Helmut von Nordheim aus Tülau ist seit Juni 2016 in Rente. Nach über 35 Jahren im Arbeitsleben hat er sich den Ruhestand auch redlich verdient. Doch anstatt nun seinen Lebensabend genießen und seinen Hobbies nachgehen zu können, muss er nun um seinen Lebensstandard bangen. Schuld daran ist die Geschäftsstelle der Barmer Krankenkasse in Gifhorn. Die hat es seit 2016 nicht geschafft, der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zu melden, dass Herr von Nordheim die Voraussetzungen für die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner nicht erfüllt hat. Dieses Fehlverhalten führte zu einer unkorrekten Berechnung seiner Rente und der von ihm zu leistenden Beiträge zur Krankenkasse. Durch einen Zufall kam dieser Fehler der Krankenkasse nun ans Licht und jetzt fordert die Barmer insgesamt 3.748,- Euro von Herrn von Nordheim zurück.

„Ich habe bei meinem Rentenantrag seinerzeit alle geforderten Angaben gemacht und alle notwendigen Unterlagen eingereicht. Alles nach bestem Wissen und Gewissen, und nichts verschwiegen. Ich habe mich darauf verlassen, dass die Spezialisten der Barmer sich auskennen und in der Lage sind, den korrekten Beitrag zu ermitteln “, so von Nordheim, „Jetzt soll ich in monatlichen Raten jeweils 400 Euro zurückzahlen. Dazu kommt, dass nach der Neuberechnung meine Rente um ca. 200 Euro gesunken ist. Mir fehlen also auf einmal 600 Euro im Portemonnaie, das ist ein herber finanzieller Verlust, den ich kaum stemmen kann“.

In seiner Not wandte sich von Nordheim an den Sozialverband Deutschland (SoVD) und bat um Hilfe. Christine Scholz, Sozialberaterin des SoVD Kreisverband Gifhorn ist entsetzt über die rigorose Vorgehensweise der Barmer. „Das ist mal wieder ein typisches Beispiel für die soziale Inkompetenz der Krankenkasse. Statt sich für den selbstverursachten Fehler zu entschuldigen und gemeinsam mit dem Versicherten über mögliche Lösungen zu sprechen, wird kurzerhand eine Rückzahlungsaufforderung versendet, die Herrn von Nordheim finanziell schwer belastet“.

Von Nordheim weiß, dass er nach aktueller Rechtslage nicht um eine Rückzahlung herum kommt. Er hofft aber auf Kulanz und hat mit Hilfe des SoVD ein Schreiben an die Barmer geschickt, mit der Bitte, die monatliche Rückzahlung so zu gestalten, dass der Rentner nicht in eine finanzielle Notlage gerät. Bei gutem Willen sollte das möglich sein, denn die Barmer konnte übrigens laut Geschäftsbericht 2016 einen Überschuss in Höhe von 64 Millionen Euro erwirtschaften.   

Mitglieder des SoVD haben die Möglichkeit sich bei Fragen zur Rente in der Sozialberatungsstelle des SoVD in der Michael-Clare Straße 6 in Gifhorn beraten zu lassen. Terminvereinbarung unter der Rufnummer 05371-3685.

SoVD kritisiert Schließung von Sparkassen Zweigstellen

Gifhorn. Die Schließung der Sparkassen-Filialen in Knesebeck und Groß Oesingen führt zu Empörung bei Heinz-Ulrich Kabrodt, 1.Vorsitzender des SoVD Kreisverbandes Gifhorn. Er beanstandet die damit verbundene klare Benachteiligung der Bewohner des ländlichen Raumes sowie die Ausgrenzung von Senioren und Menschen mit Behinderung. Sie müssen ihre Geldgeschäfte wie Bargeldabhebung, Kontoauszüge und Überweisungen am Automaten erledigen, bei beratungsintensiven Banktransaktionen sogar in die nächste Stadt mit Filiale fahren. „Haben Herr Döpkens, der als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg die Schließung maßgeblich voran getrieben hat oder Landrat Dr. Ebel, der die Schließung befürwortet, schon mal darüber nachgedacht, wie ein Mensch mit Sehbehinderung und Senioren, die mit SB-Automaten Schwierigkeiten haben, ohne fremde Hilfe an Bargeld kommen können?“, fragt Kabrodt.

Auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN) sieht SB-Automaten kritisch. Für Blinde und Sehbehinderte sind Geldautomaten noch immer mehr Ärgernis als Nutzen, wenn diese nicht den Anforderungen an die Barrierefreiheit von Bankautomaten entsprechen. Jochen Bartling, Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Blindenverbandes: „Bankmitarbeiter, die man fragen kann, sind natürlich gerade bei nicht so selbstständigen Personen eine wichtige Sicherheit. Gerade bei nicht so mobilen Personen ist die Beschwerde über längere Anreisen bis zur nächsten Filiale als Einschnitt in die Selbstständigkeit sehr verständlich“.

Die Sparkasse bietet den älteren Kunden an, Geld ins Haus zu bringen und Hilfe beim Ausfüllen von Überweisungsträgern zu leisten. „Das ist zwar gut gemeint aber kein Ersatz“, weiß Kabrodt, „viele ältere Menschen haben nicht gerne fremde Personen in ihrer Wohnung, schon gar nicht, wenn sie keinen Partner mehr haben“.

Träger der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg ist der Sparkassenzweckverband Gifhorn-Wolfsburg, daran ist der Landkreis Gifhorn zu 60 % und die Stadt Wolfsburg zu 40 % beteiligt. „Das heißt im Klartext, dass Landkreis und Stadt, die ja eigentlich dem Wohl der Bürger gegenüber verpflichtet sind, für die Gewinnmaximierung der Sparkasse die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger einfach ignorieren“, schimpft Kabrodt, der als amtierender Bürgermeister von Knesebeck die Sorgen und Nöte der Bewohner bestens kennt und die Ausdünnung der Infrastruktur im ländlichen Raum stoppen will, und ergänzt: „Wir vom SoVD setzen uns ein für die Beendigung der Ausgrenzung von Senioren und Menschen mit Behinderung und fordern die Umsetzung von Inklusion und Teilhabe“.