Aktuelles

Tagesseminar für SoVD SchatzmeisterInnen

Gifhorn. Jede aktive und erfolgreiche Vereinsführung setzt eine effektive Buchführung voraus, denn nur wer seine Zahlen kennt, kann auch die notwendigen Entscheidungen treffen! Die Buchführung muss einen zeitnahen Überblick geben über den Umfang und die Entwicklung des Vereinsvermögens, der Einnahmen und Ausgaben aller Vereinsaktivitäten und der Zahlungsfähigkeit.

Bei den SoVD Kreis- und Ortsverbänden kümmern sich ehrenamtliche SchatzmeisterInnen um die Finanzen. Damit diese immer auf den neuesten Stand sind und die Buchführung aktuellen geltenden Finanz- und steuerrechtlichen Vorgaben genügt, werden die SchatzmeisterInnen regelmäßig geschult. Am 13.09.2018 fand die Schulung im „Deutschen Haus“ in Gifhorn statt. Ute Lilienblum vom Weiterbildungsteam des SoVD-Landesverband begrüßte 12 Teilnehmer des Kreis- und Ortsverbände zu einem interessanten Tagesseminar, bei dem in praxisnahen Beispielen aktuelle Richtlinien und Vorgaben für eine ordnungsgemäße Buchführung vermittelt wurden. 

„Weserlust Hotel“: Dokumentation zu inklusivem Filmprojekt feiert Premiere in Hannover

Hannover. Am 26. September 2018 feiert die Dokumentation „Weserlust Hotel“ um 18 Uhr Premiere im Kino am Raschplatz. Dabei handelt es sich um das Making-of des inklusiven Filmprojekts „All inclusive“. Im Anschluss geht die Dokumentation auf eine Tour durch 30 Städte in ganz Deutschland und ist unter anderem auch in Bremen, Verden, Aurich, Bremerhaven und Syke zu sehen. Unterstützt wird der Film von Niedersachsens größtem Sozialverband SoVD.

„Weserlust Hotel“ blickt bei einem ganz besonderen Film hinter die Kulissen: In „All inclusive“ steht ein junger Hotelerbe mit Behinderung vor der großen Frage: Kann und will er den Betrieb seiner plötzlich verstorbenen Mutter weiterführen? „All inclusive“ führt sein Publikum auf charmante und humorvolle Art an das Thema Inklusion heran. Der Film ist dabei selbst ein Musterbeispiel für gelebte Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderung haben ihn gemeinsam produziert.

„Weserlust Hotel“ zeigt, welche Erfahrungen die Beteiligten dabei gemacht haben und lässt die Zuschauer die Dreharbeiten hautnah miterleben. „Weserlust Hotel“ ist ein Film für alle, die sich für das Thema Inklusion interessieren – und für alle anderen erst recht.

Am 26. September 2018 feiert die Dokumentation um 18 Uhr Premiere im Kino am Raschplatz in Hannover. In den kommenden Monaten macht sie in Kinos in ganz Deutschland Halt. Bei der Premiere sind Regisseur Eike Besuden sowie Schauspielerinnen und Schauspieler für ein Filmgespräch anwesend.

Weitere Informationen zu der Dokumentation sowie die Termine sind unter www.weserlusthotel.wfilm.de abrufbar.

Zahlen zeigen: GroKo hat bei Inklusion falschen Weg eingeschlagen

Hannover. In Niedersachsen lernen immer mehr Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam an einer Schule – das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Darin werden Zahlen aus den Schuljahren 2008/09 und 2016/17 verglichen. „Die Untersuchung zeigt, dass wir beim Thema Inklusion auf einem guten Weg waren“, sagt Adolf Bauer, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland (SoVD). Nach ihrem Amtsantritt habe die Große Koalition allerdings einen anderen Kurs eingeschlagen, der ganze Jahrgänge von der gleichberechtigten Teilhabe ausschließt.

Anders als die Vorgängerregierung spricht die Große Koalition in Niedersachsen nicht mehr davon, Förderschulen vollständig zu schließen und so die Inklusion voranzutreiben. Vielmehr soll es weiterhin ein paralleles Schulsystem geben. Außerdem wurde die Abschaffung der Förderschule Lernen für die nächsten zehn Jahre ausgesetzt. „Dadurch wird der Prozess der Inklusion auf die lange Bank geschoben“, kritisiert Bauer. Besonders ärgerlich sei es, dass Niedersachsen wichtige Schritte getan habe, die der Bertelsmann-Studie zufolge auch erste Erfolge gezeigt hätten. So ist in Niedersachsen etwa der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die an einer Förderschule lernen, im Vergleichszeitraum zurückgegangen und liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt befinde sich Niedersachsen im Ländervergleich bei der Exklusionsquote auf dem fünften Platz.

„Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist es noch unverständlicher, dass die schwarz-rote Regierung in Sachen Inklusion einen solchen Rückschritt macht“, so der SoVD-Chef. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, das Vorgehen noch einmal zu überdenken und endlich ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. „Ansonsten gehen noch weitere Jahrgänge verloren“, befürchtet Bauer.

SoVD-Tipp: Neuer Freibetrag bei Grundsicherung

Gifhorn. Wenn die Rente zum Leben nicht reicht, können Betroffene zur Aufstockung Grundsicherung beantragen. Bislang wurden zusätzliche Einkünfte – zum Beispiel aus einer Riester-Rente – voll auf die Grundsicherung angerechnet. Im Bereich der Betriebs-, Riester- und Rürup-Renten hat sich das nun geändert: Betroffene dürfen bis zu 100 Euro monatlich behalten.

Für Geringverdiener ist die private Vorsorge oft sehr schwierig – sie können sie sich einfach nicht leisten. Wer es dennoch geschafft hat, fünf Euro für eine Riester-Rente beiseite zu legen, bekam spätestens dann Probleme, wenn er im Alter auf Grundsicherung anwiesen war. Denn: Die Zahlungen aus Riester-, Rürup- oder auch aus Betriebsrenten wurden voll auf die Grundsicherung angerechnet. „Wer also zum Beispiel 60 Euro aus seinem Riester-Vertrag bekam, dem wurde die Grundsicherung auch um 60 Euro gekürzt“, erläutert Christine Scholz, Sozialberaterin. Sie arbeitet im Beratungszentrum des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in Gifhorn und steht Ratsuchenden bei Fragen zum Thema Rente zur Seite.

Seit Kurzem gibt es allerdings in dem Bereich eine Änderung. „Wer eine niedrige Rente erhält und Grundsicherung beantragt, darf jetzt bis zu 100 Euro von seiner Zusatzrente behalten“, so Scholz weiter. Das gelte übrigens auch für Beiträge, die freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden.

Die SoVD-Beraterin hat noch einen Tipp: „Wenn bereits eine private Rente gezahlt wird, sollte man sich zur Sicherheit nochmal beim Grundsicherungs- oder Sozialamt melden, damit der Freibetrag auch wirklich berücksichtigt wird.“ Das gelte insbesondere für die freiwilligen Leistungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. „Wer sich nicht sicher ist, ob sein Bescheid korrekt ist, sollte auf alle Fälle mal einen Fachmann draufschauen lassen“, rät Scholz. Das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn erreichen Sie unter Tel. 05371-3685 oder per E-Mail info(at)sovd-gifhorn.de. 

SoVD-Tipp: Keine Verordnung für Pflegehilfsmittel mehr nötig

Gifhorn. Lagerungshilfen, Hausnotruf-Systeme oder Duschstühle – die Kosten für solche sogenannten Pflegehilfsmittel kann die Pflegekasse übernehmen. Bislang war dafür in vielen Fällen eine ärztliche Verordnung notwendig. Mit der Pflegereform hat sich das geändert: Empfiehlt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) jetzt ein solches Hilfsmittel in seinem Gutachten, gilt das bereits als Antrag bei der Pflegekasse.

Stellt der MDK bei seiner Begutachtung einen Pflegegrad fest, zahlt die Pflegekasse entsprechende Hilfsmittel. Sie sollen dafür sorgen, dass der Betroffene möglichst selbstständig sein Leben führen kann, und eventuelle Beschwerden lindern. Das können zum Beispiel Pflegebetten, Waschsysteme oder Pflegezubehör wie Bettgalgen oder Betttische sein.

„Bislang mussten die Hilfsmittel immer zusätzlich von einem Arzt verordnet werden – auch wenn der MDK sie empfohlen hat. Das bedeutete für die Betroffenen immer einen erheblichen Aufwand“, sagt Christine Scholz, Sozialberaterin aus dem SoVD-Beratungszentrum Gifhorn. „Diesen Schritt müssen sie jetzt nicht mehr machen. Wenn der MDK eine Empfehlung für ein Hilfsmittel ausspricht, gilt das automatisch als Antrag bei der Pflegekasse.“ Empfiehlt der MDK ein Hilfsmittel, muss er das im Gutachten vermerken und entsprechend konkretisieren. Es gibt aber auch Hilfsmittel, bei denen das MDK-Gutachten nicht automatisch als Antrag gewertet werden kann: „Dazu zählen etwa Orthesen oder auch Seh- und Hörhilfen. Sie müssen weiterhin von einem Arzt verordnet werden. Die Kosten trägt dann die Krankenkasse.“

Übrigens: Erwachsene müssen zehn Prozent je Hilfsmittel zuzahlen, jedoch nicht mehr als 25 Euro. Geht es um Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, gibt es Ausnahmen – mehr als 40 Euro monatlich übernimmt die Kasse aber nicht. „Genau wie bei Medikamenten kann man sich aber auch bei Hilfsmitteln von der Zuzahlung befreien lassen, wenn eine bestimmte Belastungsgrenze erreicht ist. Dazu sollte man sich aber am besten individuell beraten lassen“, empfiehlt Scholz.

Das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn erreichen Sie unter Telefonnummer 05371-3685 oder E-Mail: info@sovd-gifhorn.de.

Informationsstand des SoVD beim Tag der Senioren

Gifhorn. Beim „Tag der Senioren“ am 26.05.2018 in der Gifhorner Fußgängerzone informierte der SoVD-Kreisverband an seinem Informationsstand zahlreiche Passanten über die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ Ziel der Aktion, initiiert vom SoVD Landesverband Niedersachsen und dem Forum Artikel 30, ist für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe zu sorgen. Die Veranstaltung bot dafür einen exzellenten Rahmen, denn sommerliches Wetter und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm lockte viele Besucher. Neben dem SoVD waren weitere 30 sozial engagierte Institutionen und Vereine mit Ständen in der Fußgängerzone Gifhorn präsent gewesen.

„Der Tag der Senioren findet bereits zum 20.Mal statt“, sagte der SoVD Mitglied Henning Zapf, der den SoVD Stand betreute, „die etablierte Veranstaltung ist ein Besuchermagnet. Das war für uns die ideale Ausgangslage, um die Kampagne einem breitem Publikum vorstellen zu können“. Unterstützt wurde Zapf von SoVD Mitglied Jürgen Höft und dem 2.Kreisverbandsvorsitzenden Lutz Lau.

Auch Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich sowie die Vorsitzende des Gifhorner Seniorenbeirats Elke Wiegmann besuchten den SoVD und informierten sich direkt vor Ort über die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ Beide zeigten sich erfreut, dass der SoVD die Themen Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in den Fokus der Öffentlichkeit bringt. 

Für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in Niedersachsen SoVD und Forum Artikel 30 starten Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“

Hannover. Mit einer Auftaktveranstaltung auf dem hannoverschen Kröpcke haben der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen und das Forum Artikel 30 ihre gemeinsame Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ gestartet. Damit setzten sie ein klares Zeichen für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe. Dass es bei den Themen tatsächlich „fünf vor zwölf“ ist, machten Betroffene deutlich: In der Diskussionsrunde forderten sie, dass es gerade im Bereich der schulischen Inklusion dringend bessere personelle und finanzielle Unterstützung geben müsse.

„Uns ist die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen sehr wichtig. Dass die Große Koalition jetzt ausgerechnet im Bildungsbereich die Schließung der Förderschulen hinauszögert, ist ein großer Rückschritt“, kritisierte der stellvertretende SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt in seiner Rede. Damit entstehe der Eindruck, Inklusion sei auf der Prioritäten-Liste ganz nach hinten gerückt. „Wir müssen gegen die Barrieren in den Köpfen kämpfen. Da ist so eine Entscheidung genau das falsche Signal“, so Sackarendt. Deshalb sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“, die pünktlich zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung startet.

„Mit dem Forum Artikel 30 gehen wir in Sachen Inklusion in Niedersachsen für Deutschland voran, dies erwarten wir auch von der Politik“, sagte Karl Finke, Sprecher des Forum Artikel 30. Mit Blick auf das aktuelle politische Geschehen betonte er die Bedeutung der Kampagne: „In Zeiten, in denen politische Parteien die Uhren zurückdrehen wollen und menschenverachtende Anfragen im Deutschen Bundestag stellen, erscheint die Notwendigkeit unserer Kampagne größer denn je. Es gilt, die Gesellschaft für heute und morgen zu schaffen!“

Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mareike Wulf und die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Sylvia Bruns räumten dringenden Handlungsbedarf ein, man habe viel Zeit verstreichen lassen. Wulf machte deutlich, dass der politische Prozess eingeleitet worden sei. Entsprechende Maßnahmen sollen auf den Weg gebracht werden.

Nach dem Auftakt in Hannover tourt die Kampagne durch ganz Niedersachsen. Mehr dazu finden Sie unter www.ich-werde-behindert.de/nds

Über das Forum Artikel 30:

Das Forum Artikel 30 will mehr Menschen mit Behinderungen an Kultur, Freizeit und Sport beteiligen – durch Vernetzung, Abbau von Barrieren und gesellschaftliche Partizipation aller. Dem Bündnis gehören an: Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. (Gesamtkoordinator), Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen e.V., Special Olympics Deutschland in Niedersachsen e. V., Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V., Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. Landesvertretung Niedersachsen sowie die Ada und Theodor Lessing-Volkshochschule Hannover mit ihrem Programmbereich für Inklusion und Zielgruppenarbeit.

Menschen mit Behinderung nicht länger ausschließen

Hannover. Über sechs Millionen Niedersachsen durften bei der Landtagswahl 2017 ihre Stimme abgeben. Menschen mit einer Behinderung, die dauerhaft voll betreut werden, waren nicht darunter – sie dürfen nicht wählen. Dass muss sich dringend ändern, findet der SoVD – und wird seine Position dazu in der Anhörung im niedersächsischen Landtag deutlich machen.

Die Diskussionen zu dem Thema ziehen sich schon lange hin. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die den Gesetzgeber verpflichtet, die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung sicherzustellen, ist schon vor fast zehn Jahren in Kraft getreten. Trotzdem ist bislang nichts passiert. Immerhin hat das Thema Eingang in den niedersächsischen Koalitionsvertrag gefunden. Einen entsprechenden Antrag haben Bündnis 90/Die Grünen bereits eingebracht. Auch der SoVD wird an der Anhörung teilnehmen. Befürworter des Wahlausschlusses argumentieren, dass viele Betroffene aufgrund ihrer Behinderung nicht selbst entscheiden können und die Gefahr der Manipulation bestünde.

„Diese Argumente sind nicht haltbar. Es kann überhaupt nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jemand nicht in der Lage ist, seine Stimme abzugeben, nur, weil er voll betreut wird“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer. Die gegenwärtige Rechtslage führe dazu, dass etwa 10.000 Menschen von einem demokratischen Prozess ausgeschlossen seien. „Die Betroffenen werden diskriminiert, weil sie behindert sind. Das muss sich ändern“, fordert Bauer weiter. Die Chance dazu gebe es jetzt. „Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben den pauschalen Ausschluss schon abgeschafft. Jetzt ist Niedersachsen dran“, so der SoVD-Chef.